Heringer Fritz-Kunze-Stadtbad

Badefreuden bei jedem Wetter

Freischwimmbecken mit Naturfilter eröffnet – Die Halle folgt im Herbst

Mit klarem Wasser ohne Chloreinsatz dank Naturfiltertechnik , einem Sandstrand und mit der Option, das Badevergnügen ab Herbst nahtlos hinter Glas und unter Dach fortsetzen zu können – so präsentiert sich das nagelneue Fritz-Kunze-Stadtbad in Heringen nach der Teileröffnung am vergangenen Wochenende. Und allen politischen Auseinandersetzungen um das rund acht Millionen Euro teure Projekt im Vorfeld zum Trotz haben die Heringer und zahlreiche Badegäste aus der Umgebung das neue Bad mit Freude angenommen.

Gerade noch rechtzeitig zur hochsommerlichen Hitzeperiode steht der Pool auf dem Gelände des bisherigen Heringer Freibads zwischen Campingplatz und Innenstadt zur Verfügung, und so lange noch gebaut wird – vor allem am Hallenbad – kostet der Eintritt nur einen Euro. Wenn die Gesamtanlage fertig ist, wird der Tageseintritt voraussichtlich unter vier Euro liegen. So hat es Bürgermeister Hans Ries jedenfalls prognostiziert. Das Hallenbad soll ganzjährig geöffnet sein und so immer als Alternative bei kühler Witterung zur Verfügung stehen. Und eine Sauna wird es auch geben.

Nicht zuletzt wegen der Entscheidung für den Bau einer biologischen, chemiefreien Filteranlage im Freibad und einer Holzpellets-Heizung für das Hallenbad ist die Stadt Heringen in die Umweltallianz Hessen aufgenommen worden. Das ist ein Bündnis für nachhaltige Standort-Politik, dem neben der hessischen Landesregierung auch Kommunal- und Wirtschaftsverbände angehören.

Entwickelt und gebaut hat die spezielle Form des Naturbads die Firma EKO-PLANT mit Sitz in Neu-Eichenberg. Sie erhielt im Dezember 2008 von der Stadt den Auftrag, als Generalunternehmer das Freibad zu sanieren und mit einer mechanisch-biologischen Wasseraufbereitung auszustatten, deren Herzstück der Geomatrix-Bodenfilter ist. Der Auftrag als Generalunternehmer bedeutet, dass EKO-PLANT schon in der Phase der Entscheidungsfindung die wirtschaftlichen Perspektiven des Projekts berechnete. In der Planungsphase wurden neben der Anfertigung von Unterlagen alle Verhandlungen geführt und sämtliche Genehmigungen eingeholt. Schließlich wurde die Anlage unter der Bauleitung von EKO-PLANT erstellt und schlüsselfertig übergeben.

Auslöser für den umfassenden Neustart im Heringer Bäderwesen war die Baufälligkeit des alten Hallenbades gewesen, in dem sich tragende Bauteile durch Korrosion zersetzt hatten. Schon mehrere Jahre mussten Heringer Wassersportler und Schulkinder ohne Übungsmöglichkeit in der Halle auskommen. Dieser Mangel wird nun ab Oktober behoben sein. Das Heringer Ganzjahresbad, benannt nach dem legendären ersten Bademeister des alten Freibads, wird dann eine Freizeitattraktion im gesamten Werratal und darüber hinaus sein.

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