Polizeieinsatz

Rheinmetall Survivor R: Bangemachen gilt nicht

Ein Survivor - das englische Wort für Überlebender - ist künftig für die Polizei im Einsatz. Foto: Rheinmetall
1 von 6
Ein Survivor - das englische Wort für Überlebender - ist künftig für die Polizei im Einsatz. Foto: Rheinmetall
Beim Militär nicht ungewöhnlich, für den Polizei-Einsatz eher neu: Ein Lastwagen mit Panzermanier. Foto: Rheinmetall
2 von 6
Beim Militär nicht ungewöhnlich, für den Polizei-Einsatz eher neu: Ein Lastwagen mit Panzermanier. Foto: Rheinmetall
Das Einsatzprofil ist maßgebend für die Ausstattung. Foto: Rheinmetall
3 von 6
Das Einsatzprofil ist maßgebend für die Ausstattung. Foto: Rheinmetall
Fällt die Tür ins Schloss, fühlt sich der Fahrer ein bisschen wie im mobilen Geldschrank. Foto: Rheinmetall
4 von 6
Fällt die Tür ins Schloss, fühlt sich der Fahrer ein bisschen wie im mobilen Geldschrank. Foto: Rheinmetall
Die Technik ist zwar aufwendig, das Fahren ist dagegen relativ einfach. Foto: Rheinmetall
5 von 6
Die Technik ist zwar aufwendig, das Fahren ist dagegen relativ einfach. Foto: Rheinmetall
Der Survivor ist ein sicheres Fahrzeug für die Polizei. Grundpreis: 500 000 Euro. Foto: Rheinmetall
6 von 6
Der Survivor ist ein sicheres Fahrzeug für die Polizei. Grundpreis: 500 000 Euro. Foto: Rheinmetall

Beim Rheinmetall Survivor R ist der Name Programm: Der Panzerwagen ist ein wahrer Überlebenskünstler - ein starkes Auto für die Polizei.

Berlin (dpa-infocom) - Deutschlands Polizei bekommt einen neuen Panzerwagen. Die Einsatzkräfte modernisieren jetzt mit großem Engagement ihren veralteten Fuhrpark und interessieren sich dabei vor allem für ein Auto, bei dem der Name Programm ist.

Survivor (englisch für Überlebender) heißt das "taktische Einsatzfahrzeug", welches der Rüstungskonzern Rheinmetall gemeinsam mit dem Lkw-Hersteller MAN entwickelt hat.

Ein Lastenwagen mit Ritterrüstung

Während solche Fahrzeuge bislang tatsächlich militärischer Natur waren und von Panzern abgeleitet wurden, ist der Survivor im Grunde ein durch und durch friedlicher Lastwagen. Zumindest in seinem tiefsten Inneren. Denn der Leiterrahmen stammt genauso von einem Lkw wie der 6,9 Liter große Diesel-Motor, das Zwölfgang-Getriebe samt Allradantrieb und der schlichte aber funktionale Cockpit.

Doch kurz danach ist es mit den Gemeinsamkeiten dann auch schon vorbei. Denn wo es sonst nur Pritsche und Plane oder einen dünnen Blechkasten gibt, hat Rheinmetall dem Survivor eine kantige Karosserie aus Panzerstahl geschweißt, den Wagenboden mit eiserner Unterwäsche gegen Mienen und Sprengfallen gewappnet und zehn Zentimeter dickes Spezialglas in die Fenster geklebt.

Gefühl wie im Geldschrank

Sobald die 200 Kilo schweren Türen ins Schloss fallen und mit Stahlsplinten dick wie Besenstielen verriegelt sind, fühlt man sich wie im begehbaren Geldschrank. Nur dass es in dem nicht so viel Spezialtechnik gibt. Denn je nach Einsatzprofil und Budget können die Behörden den Survivor fast noch besser ausstatten als James Bond seinen Dienstwagen.

Nach außen hermetisch abgedichtet, kann man die Atemluft filtern, bevor sie in den Innenraum gepumpt wird. Wenn es brenzlig wird, nebeln vom Dach aus Gaskartuschen die ganze Gegend ein und damit man nie den Überblick verliert, gibt es eine elektronische Lagekarte markiert. Der Grundpreis liegt bei rund 500 000 Euro.

Wie ein Geländewagen in XL

So aufwendig die Technik ist, so einfach lässt sich der Survivor fahren. Er ist ein bisschen größer und ein bisschen schwerer, man braucht beim Beschleunigen etwas mehr Geduld, beim Bremsen mehr Weitblick und beim Rangieren viel Umsicht. Aber im Grunde fühlt er sich an wie ein ganz normaler Geländewagen.

Weil der Motor stolze 242 kW/330 PS leistet und mit bis zu 1250 Nm zu Werke geht, verlieren die 13 Tonnen schnell ihren Schrecken und das Spitzentempo von 100 km/h ist überraschend flott erreicht. Die leichtgängige Servolenkung und der kompakte Wendekreis lassen den 6,50-Meter-Koloss halbwegs handlich erscheinen, und um die zwölf Gänge kümmert sich ja eine Automatik.

Nicht zu stoppen

Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied: Wo selbst eine Mercedes G-Klasse irgendwann an ihre Grenzen stößt, fährt der Survivor einfach weiter. Nicht umsonst hat er mehr Bodenfreiheit als ein Ackerschlepper, kann durch 1,20 Meter tiefe Flüsse waten und sogar während der Fahrt seinen Reifendruck dem Untergrund anpassen. Vielleich ist es also ganz gut, dass die Mannschaft im Fond festgeschnallt wie beim Höllenritt auf der Achterbahn in minensicher aufgehängten Sesseln kauert und der Fahrer mit Hosenträger-Gurten ins Cockpit geschnürt wird.

Fazit: Der perfekte Überlebenskünstler

Viel sicherer als mit diesem Fahrzeug kann man sich in zumindest halbwegs friedlichen Zeiten auf der Straße kaum bewegen. Denn die harte Schale des Survivor R und sein smarter Kern machen ihn tatsächlich zu einem echten Überlebenskünstler.

Datenblatt: Rheinmetall/MAN Suvivor R

Motor und Antrieb

Sechszylinder-Diesel
Hubraum: 6900 ccm
Max. Leistung: 243 kW/330 PS
Max. Drehmoment: 1250 Nm
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: Automatisiertes 12-Gang-Getriebe

Maße und Gewichte

Länge: 6,50 m
Breite: 2,50 m
Höhe: 2,70 m
Radstand: 3,70 m
Leergewicht: 11000 kg
Zuladung: 15000 kg
Kofferraumvolumen: k.A.

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: k.A.
Durchschnittsverbrauch: 23 Liter/100 km
Reichweite: 800 km
CO2-Emission: k.A.
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: k.A.
Energieeffizienzklasse: k.A.

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: Panzerglas, schusssichere Kabine, Atemschutz
Komfort: Beheizte Cupholder, Klimaanlage

Mehr zum Thema

Kommentare