Aktuelle Fluglage in Europa

Brennpunkte mit Auswirkungen auf die Luftfahrt

Zwei Krisenherde der Welt stehen seit Wochen im Mittelpunkt: Der Israel-Palästina-Konflikt sowie der Kampf in der Ostukraine. Beide nehmen dabei immer weitere besorgniserregende Dimensionen an. Trauriger Höhepunkt war der wohl versehentliche Abschuss von russischen Separatisten eines zivilen Flugzeugs, durch den mehrere hundert Menschen in den Tod fanden.

In diesem Zusammenhang ist es wenig verwunderlich, dass auch die Luftfahrtbranche unter den Begebenheiten zu leiden hat. Dabei müssen die Flugpläne und vor allem die Flugrouten ständig den neuen Entwicklungen angepasst werden. So konnte der Flughafen in Tel Aviv, Israel, zeitweise nicht mehr angeflogen werden. Hunderte Passagiere hingen in Israel fest oder konnten nicht mehr einreisen (Info-Video auf

zeit.de

).

Auch anderen Routen sind von den Krisenherden betroffen. So mieden viele Fluggesellschaften auf Strecken nach Fernost den Bereich Ostukraine. Dadurch verlängerten sich insbesondere die Flugzeiten und auch die Nerven der Passagiere wurden alles andere als geschont. Uneins ist man in der Frage, ob die Krisengebiete einheitlich nicht mehr überflogen werden dürfen. Bislang oblag diese Entscheidung den Fluggesellschaften einzeln. Da die Handhabung hier sehr unterschiedlich war, konnten sich insbesondere die Passagiere kaum darauf einstellen.

Ausfallgründe und EU-Verordnungen

Neben aktuellen politischen Krisenherden, sind extreme Wetterlagen, Streiks oder technische Defekte weitere Ursachen, die zu einem Flugausfall führen können. Unabhängig davon, ist jeder Flugausfall für den Passagier ein Ärgernis. Häufig herrscht Unkenntnis über etwaige Entschädigungsforderungen oder andere Ersatzleistungen. Die Rechte für Flugpassagiere in Europa sind in der EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004 festgelegt. Konkret wurde hier insbesondere eine Staffelung von finanziellen Entschädigungsleistungen festgelegt. Diese sind je nach Flugstrecke aufgeteilt. Laut der Verordnung hat jeder Passagier folgenden Anspruch:

- 250 Euro bei einer Flugstrecke von bis zu 1500 Kilometern ab einer Verspätung von mehr als 2 Stunden

- 400 Euro zwischen 1500 und 3000 Kilometern ab 3 Stunden Verspätung 

- 600 Euro bei Langstreckenflügen über 3500 Kilometern, ab einer Verspätung von 4 Stunden.

Hierbei ist zu beachten, dass dieses Recht nur auf Airlines der EU oder Flüge die in der EU starten anwendbar ist. Die Ersatzleistungen müssen laut Verordnung eindringlich dann erbracht werden, wenn die Fluggesellschaft zweifelsfrei für die Verspätung oder den Ausfall verantwortlich gemacht werden kann. In der Realität hat der Passagier dabei häufig mit dem Nachweis zu kämpfen, der zu Geltung der Leistungen erforderlich ist.

Ablauf des rechtlichen Verfahrens

Das rechtliche Verfahren zur Durchsetzung der Ansprüche erfolgt bei Unklarheiten ähnlich wie bei einem Zivilverfahren. Sollte sich die Fluggesellschaft quer stellen, so kann der Passagier die Hilfe von speziellen Unternehmen und Dienstleistern, wie beispielsweise Flightright, in Anspruch nehmen. Diese arbeiten mit verschiedenen fachkundigen Anwälten zusammen, des Recht für den Fluggast wird mit ihrer Hilfe notfalls vor Gericht eingeklagt. Wird auch dort kein Erfolg erzielt, so kommen auf den Passagier dennoch keine weiteren Kosten zu (mehr zu Fluggastrechten auf flightright.de).

Um ein solches Verfahren durchzuführen, ist der Standort der Startflughafens relevant. Dieser muss sich zwingend im EU-Raum befinden, damit ein adäquates Verfahren gewährleistet werden kann. Vor der Aufnahme eines Gerichtsverfahrens sollte der potentielle Kläger im Vorfeld mit der Fluggesellschaft alles versucht haben, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. In Deutschland gibt es mit dem Luftfahrbundesamt (www.lba.de), eine Instanz, die sich gut als erste Anlaufstelle für die Durchsetzung von Fluggastrechten eignet.

In Kooperation mit flightright.de

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