Rekordergebnis zur Weinlese in Schenklengsfeld: Rohstoff für 300 Liter Rotwein

Mit Muskelkraft: Siegmund Lecybil dreht die Kurbel an der Abbeer-Maschine, Spartenleiter Helmut Schott schiebt die Trauben nach. Die Maische fließt in den Bottich unter der Maschine, die Stiele landen in der Schubkarre davor.

Schenklengsfeld. Rekordernte am Schenklengsfelder Weinberg: Ein Dutzend Hobby-Winzer der Sparte Weinbergfreunde im Heimatverein Landeck schnitt am Samstag innerhalb von drei Stunden knapp 460 Kilogramm blaue Weintrauben von den 336 Rebstöcken.

Die mittlerweile vierte Weinlese auf dem Steilhang unterhalb des historischen Friedhofs lieferte damit nach Einschätzung von Kellermeister Dr. Bernd Schwedes den Rohstoff für rund 300 Liter Rotwein der Sorte „Laenschelder Kirchblick“. Zum Vergleich: Die Lese 2015 hatte etwa 150 Liter Wein ergeben - zweihundert Flaschen zu je 0,75 Liter.

Die geernteten Trauben wurden über die Straße in den Garten von Weinbergfreund Jörg Gellert getragen, dort gewogen und in die sogenannte Abbeer- oder Entrappungsmaschine gekippt, in der zwei gegeneinander laufende Walzen die Weinbeeren von den Stielen und Stängeln trennen und zerquetschen.

Die rote Maische, in der noch die Beerenschalen schwimmen, wurde in einem großen Bottich aufgefangen und nach und nach in sechs Plastikfässer geschöpft. In diesen Gefäßen vollzieht sich in den kommenden Wochen unter Beigabe von Hefe und gelöstem Schwefel ein kontrollierter und streng überwachter Gärprozess. Die Feststoffe werden in einem späteren Arbeitsgang ausgefiltert. In Flaschen abgefüllt wird der Wein des Jahrgangs 2016 im kommenden Frühjahr. Mit einem durchschnittlichen Fruchtzuckergehalt von 83 Grad Oechsle versprechen die Trauben einen gehaltvollen Tropfen. Spartenleiter Helmut Schott dankte den freiwilligen Weinbergarbeitern für ihren Einsatz. Die Weinlese habe gerade noch rechtzeitig stattgefunden, ehe die Qualität der Trauben durch das nasse und kühle Herbstwetter beeinträchtigt worden sei. Die Frauen der Weinbergfreunde tischten zum Abschluss der Aktion einen kräftigen Imbiss im Freien auf.

2012 wiederbelebt

Der Schenklengsfelder Weinberg, der zwischenzeitlich nur noch als Flurbezeichnung existierte, wurde 2012 durch die Weinbergfreunde im Heimatverein von der Gemeinde gepachtet und rekultiviert. Von den 830 Quadratmetern Gesamtpachtfläche sind mittlerweile 500 Quadratmeter mit Reben der Sorte Regent bepflanzt.

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