125 Jahre und nicht leise: Das Neujahrstreffen der IGBCE Nordhessen im Schnellcheck

Glück auf, der Steiger kommt: Als die Bergmannskapelle Wintershall das Steigerlied anstimmte, erhoben sich die Teilnehmer des IGBCE-Neujahrstreffens von den Plätzen und sangen kräftig mit. Ganz vorne steht Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer, rechts daneben Hauptrednerin Petra Reinbold-Knape. Fotos Konopka

Schenklengsfeld. Glück auf. Rund 600 Gäste fanden am Samstag trotz Schnee und Glatteis den Weg in zum Neujahrstreffen der IG Bergbau, Chemie, Energie des Bezirks Kassel. Eine Übersicht.

Die Eröffnung

Gewerkschaftssekretärin Petra Hartwig begrüßte die Gäste in der Schenklengsfelder Großsporthalle. Mit einer Schweigeminute wurde der Verstorbenen gedacht: Karl Sturm war lange Jahre Gewerkschaftssekretär der IG Chemie in Kassel, Gerhard Söllner war ehemaliger Betriebsrat und Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei K+S und Wilhelm Gimpel war 80 Jahre Gewerkschaftsmitglied. Das Grußwort sprach Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Hersfeld Rotenburg.

Das bewegt die Kali-Kumpel

Friedrich Nothhelfer sagte stolz in seinem Bericht zur Lage im Bezirk Kassel: „Die Tarif- und AT-Gehälter im Kali-Revier wurden zum 1. Januar um 2,7 Prozent erhöht. Da bleibt bei jedem was übrig im Portemonnaie. Im Rahmen der Strategie 2020 wollen wir übrigens 22 020 Mitglieder erreichen. Mit aktuell 960 Neumitgliedern stehen wir stabil bei rund 21 000.“ Die Welt werde komplizierter. Die Industriegewerkschaft setze insbesondere auch auf die Jugend.

Das Jubiläum

Die Neujahrs-Ansprache unter dem Motto „125 Jahre IG BCE - und kein bisschen leise“ hielt die aus Kassel stammende Petra Reinbold-Knape. Sie ist Mitglied im geschäftsführenden IG BCE-Hauptvorstand und ging auf die Flüchtlingskrise, ein. „Unsicherheit und Angst sind ein Sammelbecken für die AfD. Die IG BCE erteilt allen radikalen Randgruppen eine klare Absage. In unserer Gewerkschaft sind 99 Nationen vertreten.“ Mit 125 000 Euro unterstütze die IG BCE Projekte des Kinderhilfswerkes terre des hommes. Gewerkschaftspolitisch sprach Reinbold-Knape über eine aus ihrer Sicht verfehlte deutsche Energiepolitik. „Es war falsch, aus der Steinkohleproduktion auszusteigen.“ Jeder Arbeitsplatz der weg sei, komme nicht wieder.

Sie waren auch dabei

Schenklengsfelds Bürgermeister Stefan Gensler brachte als Hausherr den gesamten Gemeindevorstand mit. Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung lauschte den Ansprachen. Darunter auch Reinhard Krebs, Landrat im Wartburgkreis, sowie Betriebsräte von B. Braun und Prof. Dr. Heinz-Walter Große (Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG), Dr. Ralph Jäger (Arbeitsdirektor der K+S), die Landtagsabgeordneten Torsten Warnecke und Manfred Grob Thüringen). Auf der Gästeliste standen auch noch die K+S Werkleiter Christoph Wehner und Roland Keidel, Dr. Rainer Gerling (seit kurzem K+S-Geschäftsführung), Arbeitsagentur-Chef Waldemar Dombrowski und Gabriele Kailing, Vorsitzende des DGB Hessen/Thüringen. Als neues IG BCE-Mitglied erhielt Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth die Mitgliedsnadel aus den Händen von Friedrich Nothhelfer.

Das Drumherum

Das Schlusswort hatte erstmals Gewerkschaftssekretär Jan Obramski, da Hans Schweinsberg seit September letzten Jahres in Rente ist. Die Bergmannskapelle Wintershall unter der Leitung von Felix Waldmann spielte noch das Bergmannslied und alle sangen stehend mit. Mit Bergmannsschnaps stießen die Gäste an. Zum Mittagessen gab es traditionell Linsensuppe mit Bockwurst, wie immer schmackhaft vom DRK-Schenklengsfeld gekocht. Friedrich Nothhelfer schmunzelnd: „Ein Antrag auf Erbsensuppe wurde abgelehnt.“

Neujahrstreffen er IG BCE in Schenklengsfeld

Kommentare