Im Denkmal zueinander „Ja“ sagen

Erste Trauung im Wüstfelder Wasserturm

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Erste standesamtliche Trauung im Wasserturm von Wüstfeld: Von links Trauzeugin Lisa Kämpfer, Braut Alicia Bock, Bräutigam Julian Wedel und Trauzeuge Nils Neuwirth.

Wüstfeld. Einst versorgte der 22 Meter hohe Wasserturm in Wüstfeld die Menschen des Ortes mit Trinkwasser. Heute geben sich dort frisch verliebte Paare das Ja-Wort. Die erste standesamtliche Trauung in dem technischen Denkmal fand am Mittwoch ab 11 Uhr statt.

Der Wüstfelder Julian Wedel und die Schenklengsfelderin Alicia Bock traten gemeinsam vor die Standesbeamtin Edith Vollmer, um den Bund der Ehe auch gesetzlich zu beschließen. Erst im Juli hatte der Gemeindevorstand von Schenklengsfeld beschlossen, den Wasserturm aus dem Jahre 1932 für standesamtliche Trauungen freizugeben. Während dieser Sitzung wurde mit der historischen Linde ein zweites Schmuckstück der Gemeinde bestimmt, das nun ebenfalls von Liebenden für standesamtliche Trauungen ausgewählt werden kann. In der Gemeinde Schenklengsfeld gibt es nun vier Standorte, an denen standesamtliche Trauungen möglich sind. Neben Wasserturm und Linde sind es nach wie vor das Rathaus selbst und das kleine Bethaus im Ortsteil Malkomes.

Der Wasserturm in Wüstfeld hat ein Fassungsvermögen von 63 Kubikmetern. Jedoch führt er seit dem Jahre 1983 kein Wasser mehr. Damals war der Ortsteil mit einer Ringleitung an die Schenklengsfelder Wasserversorgung angeschlossen worden. Weit über drei Jahrzehnte stand der Turm nun nutzlos herum. Dennoch ist er immer das Wahrzeichen Wüstfelds geblieben. In den Jahren nach seiner Stilllegung nagte allerdings der Zahn der Zeit gehörig an dem Gebäude. So wurde der Turm im Jahre 2007 von der Gemeinde Schenklengsfeld für 30 500 Euro saniert.

Der Turm erhielt ein neues Dach und die Fassade wurde mit frischer Farbe aufgehübscht. Außerdem wurden die kleinen Fenster erneuert und ein Blitzschutz installiert. An den Sanierungskosten beteiligten sich seinerzeit auch die Denkmalbehörde mit 8000 Euro sowie die Wüstfelder Bürger, die 2380 Euro über Spenden beisteuerten. Der Termin der Sanierung war nicht willkürlich gewählt. Er kam vielmehr auf etwas Nachdruck aus der Wüstfelder Bevölkerung zustande, denn im Jahre 2013 stand ein Jubiläum auf dem Programm. Der Ort feierte seinen 625. Geburtstag. Und für dieses Fest sollte das Wahrzeichen herausgeputzt werden.

Betreut wurde die Technik des Wasserturmes immer durch einen Wassermeister. Von 1932 bis 1949 war dies Hans Göbel, danach Johannes Claus und schließlich Georg Schuster.

Seit der Gebietsreform von 1972 bis zur Stilllegung des Wasserturmes kümmerten sich die Wassermeister der Gemeinde Schenklengsfeld um die Unterhaltung der Anlage.

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