300 Besucher kamen zum Kreiserntedankfest bei Familie Bock in Wehrshausen

Kreiserntedankfest: Brunhilde Schneider (von links, in rotem Landfrauen-Outfit), Anne Strack und Renate Giesel stellen den „Dreiklang der Verwandlung“ dar und zeigen, wie aus Weizenkörnern Mehl und dann wiederum mit Eiern Nudeln werden. Im Hintergrund vor dem Scheunenaltar Mitglieder der Landjugend, Hartmut Bock, Friedhelm Diegel, Bürgermeister Stefan Gensler und Anke Bock. Foto: Apel

Wehrshausen. Auch wenn das gern besungene Pflügen und Streuen den allermeisten Landwirten mit moderner Technik sehr viel leichter von der Hand geht als zu früheren Zeiten, ist es vielen auch heute noch ein Bedürfnis, für die Ernte zu danken.

Der Kreisbauernverband hatte deshalb am Sonntag zum zweiten Mal zum Kreiserntedankfest eingeladen. Gastgeber waren Anke und Hartmut Bock, die überrascht gewesen sein dürften, dass knapp 300 Besucher in ihre „gerammelt volle“ Scheune gekommen waren, um an dem von Pfarrerin Imke Leipold und ihrem Team gestalteten Gottesdienst teilzunehmen. Nur weil der Posaunenchor der Kirchengemeinde Schenklengsfeld unter Leitung von Sabine Pilz schließlich vor der Scheune auftrat, fanden fast alle einen Platz.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, Friedhelm Diegel, beleuchteten verschiedene Sprecher das Fest als eines der guten Gaben Gottes. Dekan Dr. Frank Hofmann (Bad Hersfeld) und Dekanin Gisela Strohriegl (Rotenburg) verlasen Psalm 104, der auch als Schöpfungsspaziergang bezeichnet wird, und Mitglieder des Landfrauenverbands und der Landjugend stellten anschaulich dar, wie aus gemahlenen Körnern Brot, aus Mehl und Eiern Nudeln werden.

Später durfte jeder Gottesdienstbesucher ein Tütchen öffnen, das kleine Früchte enthielt, aus denen neben einem Scheunenaltar ein buntes Erntebild gelegt wurde.

Pfarrerin Leipold betonte, dass das Erntedankfest einen ernsten Hintergrund habe und man bedenken sollte, „wie wenig wir uns selbst verdanken“. Sie sprach auch das Misstrauen an, mit dem vielen Bauern („Giftspritzer und Güllefahrer“) begegnet werde, die desaströsen Preise und die immer geringer werdende Wertschätzung von Lebensmitteln. Ihr Fazit: „Wir tragen Verantwortung für unsere Erde und den rechten Umgang mit unserer Ernte, bei deren Einbringung wir trotz aller Anstrengungen auf Gottes Segen angewiesen sind.“ Nach dem zusammen mit der von Petra Lotz dirigierten Frauensinggemeinschaft Philippsthal/Wehrshausen intonierten „Wir pflügen und wir streuen“ fand Landrat Dr. Michael Koch anerkennende Worte für die Arbeit der Bauern. Demgegenüber vermisste der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbands, Armin Müller, ein klares Bekenntnis der Politik zur Landwirtschaft.

Am Schluss gab es Gulaschsuppe vom Schenklengsfelder DRK und Kaffee und Kuchen von den örtlichen Landfrauen. Das von der Konfirmandengruppe von Pfarrerin Marie-Therese Eckardt selbst gebackene „Brot für die Welt“ war rasend schnell ausverkauft.

Kreiserntedankfest in Wehrshausen

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