IGBCE kritisiert überzogenen Umweltschutz

Im Zweifel für die Arbeitsplätze

Wirtschaftspolitischer Rundumschlag: Eine Energiepolitik mit Augenmaß und finanziell vertretbare Umweltstandards für die Kaliindustrie forderte Egbert Biermann von der IG Bergbau, Chemie, Energie bei der traditionellen Maikundgebung in Heringen.

Heringen. Das dramatische Versagen der Politik zur wirtschaftlichen Situation in Europa kritisierte Egbert Biermann vom Hauptvorstand der IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) anlässlich der Maikundgebung in Heringen.

Bedingungen müssen stimmen

Statt verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, setze man hauptsächlich aufs Sparen. Aber gerade die südeuropäischen Länder brauchten jetzt öffentliche Investitionsprogramme als Wachstumsanreiz, forderte Biermann. Bezogen auf die Situation in Deutschland beklagte er den offensichtlichen Missbrauch der Leiharbeit.

Viel Spielraum

Bei der zumeist stabilen Auslastung der Betriebe gebe es momentan auch Spielraum für Festeinstellungen. Zudem verdienten die Unternehmen gegenwärtig gut, sodass auch die Gewerkschaften in den Tarifrunden ihre berechtigten Forderungen stellen könnten. Unterdessen sieht der Gewerkschafter die plötzliche Energiewende der Bundesregierung eher skeptisch. Allein mit dem Ausstieg aus der Atomkraft sei es nicht getan, und eine totale Abkehr von fossilen Energieträgern halte er nicht für verkraftbar. Stein- und Braunkohle werde weiterhin als Übergang zu erneuerbaren Energien gebraucht.

Zur Situation der Kali-Industrie an der Werra warf Egbert Biermann Umweltschützern vor, sie gefährdeten mit ihrem ständig wiederholten Verbot der Laugeneinleitung 4300 Arbeitsplätze. Die IGBCE sage Ja zu angemessenem Umweltschutz. Aber im Zweifel kämpfe sie zuerst für den Erhalt der industriellen Produktion in Deutschland und in der Region, war sich das IGBCE-Vorstandsmitglied einig mit den Beifall spendenden Kundgebungsteilnehmern in Heringen.

Die Bergmannskapelle Wintershall umrahmte die Veranstaltung im Bürgerhaus musikalisch. (ha)

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