Berufsschulen in Hünfeld und Heimboldshausen kämpfen um Auszubildende

Zwei Schulen im Wettstreit

Heimboldshausen. In der Außenstelle der Beruflichen Schulen Bad Hersfeld in Heimboldshausen fand jetzt ein Gespräch mit dem Kultusministerium zur Zukunft des Unterrichtszweiges für Anlagenmechaniker an der Schule im Werratal statt.

Im Januar nämlich hatte die Schule ein Schreiben des Kultusministeriums erhalten, woraus hervorging, dass die angehenden Anlagenmechaniker künftig nur noch an der Berufsschule in Hünfeld unterrichtet werden sollten. Dagegen protestierten der Kreistag, die Gemeindevertretung Philippsthal sowie die ausbildenden Betriebe K+S, Messer und ACO Passavant. Mit dem Erfolg, dass es jetzt zu dem Informationsgespräch gekommen ist. „Entschieden ist aber noch nichts“, sagte Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth, der an der Unterredung teilgenommen hatte.

Für den Schulstandort Philippsthal spreche seiner Meinung nach die Tatsache, dass die drei genannten Betriebe insgesamt 16 angehende Anlagenmechaniker zur theoretischen Ausbildung an eine Berufsschule entsenden müssen. Im Hünfelder Land dagegen gebe es nur etwas mehr als eine Hand voll Auszubildende.

Der Trumpf für Hünfeld sei eine bereits getätigte Investition von etwa einer Million Euro in eine Lehrwerkstatt am dortigen Schulstandort. Das wiederum wollte Orth nicht überbewertet wissen, denn auch K+S habe gerade sein Ausbildungszentrum für 1,75 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht und könnte im Bereich der Praxis die neueste Technik bieten.

Bisher wurden in der Schule Heimboldshausen die Auszubildenden des ersten Lehrjahres unterrichtet und in Hünfeld die des zweiten und dritten Lehrjahres. Die endgültige Entscheidung, wo in Zukunft die Anlagenmechaniker die Schulbank drücken werden, trifft das Kultusministerium.

Kurze Wege sind sinnvoll

Für die Beschulung der Auszubildenden am Standort in Heimboldshausen hat sich auch Dieter Mertelmeyer von der Industrie- und Handelskammer Kassel ausgesprochen. „Unsere Betriebe verlangen kurze Wege zur Schule. Zudem ist die enge Verzahnung von Schule und Betrieb wichtig. Auch die aktuellen Schülerzahlen sprechen eindeutig für den Schulstandort im Werratal“, verdeutlichte Mertelmeyer.

Von Mario Reymond

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