Oberlengsfelder feierten drei Tage mit viel Programm den 700. Geburtstag ihres Ortes

Zurück in die gute alte Zeit

Korbflechter bei der Arbeit. Fotos: Landsiedel

Oberlengsfeld. Zu ihrem 700-jährigen Orts-Jubiläum hatten die Oberlengsfelder mit großem Engagement vielfältige Aktivitäten auf die Beine gestellt. Auf den Scheunenrock mit den „Open Doors“ am Freitagabend folgte am Samstag zunächst der Gemeindefeuerwehrtag Schenklengsfeld (morgen mehr), bevor am Samstagabend nach dem Festkommers mit vielen Ehrengästen, darunter Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Staatsminister Michael Roth und MdL Torsten Warnecke, das Ringbergecho zum Tanz aufspielte.

Festgottesdienst

Höhepunkt der Jubiläums-Feierlichkeiten war sicherlich der Sonntag, der mit einem Festgottesdienst in der großen Scheune im Hof Grenzebach begann. Pfarrer Martin Arndt stellte das 700-jährige Jubiläum in den Mittelpunkt seiner Predigt. Dabei betonte er, wie wichtig und identitätsstiftend einerseits das „Wir-Gefühl“ einer so lange bestehenden Gemeinschaft sei, was aber andererseits nicht dazu führen dürfe, andere auszugrenzen. Der Posaunenchor Schenklengsfeld und der gemischte Chor aus dem Männer- und Frauengesangverein Schenklengsfeld sorgten für die musikalische Umrahmung.

Im Anschluss an den Gottesdienst bot die Feststraße im historischen Ortskern ausgiebig Gelegenheit zum Bummeln. Mit viel Liebe zum Detail hatten die Oberlengsfelder ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das den Besuchern einen ausgiebigen Blick in die „ach so gute alte Zeit“ ermöglichte. So konnte man einem Korbflechter über die Schulter schauen, während nebenan fleißig Wolle gesponnen wurde.

Der fränkische Messerschmiedemeister Fred Schmalz bot einen Einblick in die hohe Kunst des „Damastschmiedens“. Dabei wird der Stahl bis zu tausendfach gefaltet, bevor aus ihm in Handarbeit hochwertige und kunstvolle Messer hergestellt werden.

Entlang der Hauptstraße warteten liebevoll restaurierte historische Traktoren darauf, vom Publikum bestaunt werden. Die Hegegemeinschaft Landecker informierte im „Lernort Natur“ nicht nur über die heimische Flora und Fauna; es durften auch frisch gegrillte Bratwürste von Wildschweinen aus den Wäldern rings um den Landecker verkostet werden. Im historischen Klassenzimmer fühlte man sich in eine Dorfschule Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzt. Trotz des „strengen“ Lehrers übten sich die Schüler mit großer Freude in der altdeutschen Sütterlin-Schrift. Zur Stärkung wurden allerorts sowohl deftige Speisen wie Rührei mit Speck oder Grillspezialitäten als auch Kaffee und – natürlich selbstgebackener – Kuchen angeboten.

Von Thomas Landsiedel

700 Jahre Oberlengsfeld

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