Internationaler Bund betreibt tiergestützte Pädagogik für Mädchen in Ransbach

Zurück ins Glück

Betreuerin Stefanie Schulze setzt bei der Arbeit mit den Mädchen auf tiergestützte Pädagogik. Insgesamt drei Pferde stehen dafür zurzeit bereit. Fotos: Reymond

Ransbach. Der Internationale Bund (IB) hat am Montagnachmittag in Ransbach das Elisabeth-Oswalt-Haus eingeweiht. In dem Gebäude am Ortsrand werden derzeit sechs Mädchen im Alter von zwölf bis 15 Jahren betreut.

Ein Jahr lang dauerte die Umgestaltung des Komplexes, um den Anforderungen des IB zu genügen. „Bei den Teenagern handelt es sich um Mädchen, die aus irgendwelchen Gründen nicht mehr im Elternhaus verbleiben konnten“, erklärt Agnes von Bucholtz, Leiterin der IB-Behindertenhilfe in Bad Hersfeld. Unterstützt wird das Projekt vom Jugendamt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Das Jugendamt ist letztlich auch verantwortlich für die Vermittlung junger Mädchen, die der Hilfe bedürfen.

Eigenständigkeit lernen

In der Ransbacher Wohngruppe werden künftig Mädchen und junge Frauen auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. Dabei steht im Vordergrund, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken. Bei der täglichen Arbeit wird auch auf Pferde zurückgegriffen. „Die tiergestützte Pädagogik ist sehr hilfreich“, sagt Astrid Thomas, die Leiterin des Ransbacher Projekts.

Auf dem Weg zurück in ein normales Leben spielt natürlich auch die Bildung eine große Rolle. Die sechs Mädels besuchen reguläre Schulen. Sie gehen an die Gesamtschule Schenklengsfeld oder besuchen die Schule für Lernhilfe in Heimboldshausen.

„Nicht jede junge Frau hat das Glück, so aufzuwachsen, wie es für ihre Entwicklung förderlich wäre“, merkt Anette Kranz, Leiterin des Jugendamtes an.

Für Mädchen und Frauen, die Mühe hätten, sich in ihrem sozialen Umfeld zurechtzufinden, weil sie beispielsweise aus belastenden Familienverhältnissen kämen, sei diese neue Einrichtung ein Ort der Geborgenheit und des Schutzes. Ein stabiles Umfeld sei ohnehin eine wichtige Voraussetzung, damit sozialpädagogische Hilfe greifen könnte. Die Mädchen erführen hier einen rücksichtsvollen, freundlichen Umgang. „Klare Regeln und Angebote im Haus helfen zudem, den Tag zu strukturieren. Und im Umgang mit den Pferden lernen sie Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren und zu konzentrieren“, lobt Kranz das Angebot des IB in Ransbach.

Mit dem Elisabeth-Oswalt-Haus ist nach Ansicht der Jugendamtsleiterin ein Ort entstanden, der Mädchen und junge Frauen in ein unbeschwertes und glückliches Leben zurückführen soll.

Acht Betreuerinnen

Zur Betreuung der Mädchen stehen acht IB-Mitarbeiterinnen zur Verfügung, die zum großen Teil in Teilzeit beschäftigt sind. hintergrund

Von Mario Reymond

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