Ostergarten lässt die Passionsgeschichte zum sinnlichen Erlebnis werden

Zeitreise nach Jerusalem

Heimboldshausen. Nach einer Pause im vergangenen Jahr hat die Landeskirchliche Gemeinschaft Werratal im weitläufigen Keller ihres Gemeindehauses in Heimboldshausen wieder ihren „Sinnenpark Ostergarten“ – bereits zum siebten Mal – aufgebaut.

Vom 16. März bis zum 6. April werden die Besucher durch die biblische Rauminstallation geleitet. „In all den Jahren haben bereits 23 000 Menschen den Ostergarten erlebt. Und für dieses Jahr haben sich schon 110 Gruppen angemeldet“, sagt Tabea Blüthgen.

Vor allem die Vormittage sind für die angemeldeten Gruppen reserviert, die aus der näheren Umgebung, aus der Rhön und dem Thüringer Wald anreisen – unter ihnen viele Schulklassen, Kindergartenkinder aber auch Senioren oder kirchliche Gemeindegruppen.

Nachmittags, zwischen 15 und 18 Uhr, samstags und sonntags auch schon ab 14 Uhr, sind Einzelbesucher willkommen. An beiden Osterfeiertagen ist der Garten von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Am Karfreitag wird es nur eine Sonderführung während des 15-Uhr-Gottesdienstes geben. Die Führungen beginnen immer zur vollen Stunde.

Zur Zeit von Pontius Pilatus

Wer den Ostergarten betritt, begibt sich auf eine Zeitreise nach Jerusalem, als dort der römische Statthalter Pontius Pilatus herrschte.

Man schreitet über ausgebreitete Kleider und Palmenwedel vor eine erleuchtete Stadtkulisse, hört, was sich die Leute am Straßenrand über Jesus und seine Jünger erzählen, lässt sich zum Abendmahl mit Fladenbrot, Traubensaft und ritueller Fußwaschung auf gepolsterten Bänken nieder, erlebt die düstere Atmosphäre des nächtlichen Gartens Gethsemane, in dem Jesus gefangengenommen wird.

Nichts überzogen

Die Gestaltung der Räume kommt ohne überzogenen Realismus nach Disneyland-Manier aus. Ein angestrahlter Thron auf einem Podest und ein orientalisches Waschgeschirr müssen die Fantasie der Zuhörer beflügeln, während erzählt wird, wie Jesus vor Pilatus erscheint.

Die Kreuzigungsszene ist in erster Linie ein Hörspiel. Untermalt von Hammerschlägen und Donnergrollen schildert ein römischer Hauptmann erst zynisch, dann erschrocken seine Beobachtungen auf der Schädelstätte Golgatha. An das in nacktes Licht getauchte Kreuz des Ostergartens sind Schilder genagelt, auf denen „Streit“, „Wut“ oder „Geiz“ steht.

Die Spannung löst sich am Ende, wenn die Besucher durch das enge Felsengrab hindurch ans Licht treten und in einem künstlichen Garten landen.

Anmelden übers Internet

Anmeldungen im Internet unter www.lkg-werratal.de. Rückfragen über die Telefonnummer 06620/9188072 oder 06620/9188074 (Anrufbeantworter).

Von Mario Reymond

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