Schenklengsfelder Schriftsteller Dieter Schenk in Warschau ausgezeichnet

Ein würdiger Preisträger

Geehrt: Dieter Schenk (links) und Sam Bryan, der den Preis für seinen verstorbenen Vater entgegennahm, im Anschluss an die Auszeichnung im Konzertsaal des Warschauer Königsschlosses. Foto: nh

Lampertsfeld/Warschau. Der Schenklengsfelder Schriftsteller Dieter Schenk ist jetzt in Warschau mit dem polnischen Preis „Kustode des Nationalen Gedenkens“ ausgezeichnet worden. Schenk ist der erste Deutsche, dem diese Ehre zuteil wurde. In diesem Jahr gab es insgesamt fünf Preisträger.

Der Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen Polens und ehrt Personen, „die sich als Hüter oder Wächter (Kustoden) um die Geschichte Polens große Verdienste erworben haben“. Das betrifft sowohl die Zeit des Nationalsozialismus als auch die des Stalinismus und des Kommunismus.

150 Kandidaten

Die fünf Preisträger waren von einem Komitee aus 150 Kandidaten ausgewählt und vom Institut des Nationalen Gedenkens, der polnischen Gauck-Behörde, geehrt worden.

Bei den Preisträgern handelt es sich um zwei polnische Staatsbürger, um die russische Organisation „Memorial“, um einen Amerikaner und um Dieter Schenk.

Der Amerikaner Julien H. Bryan wurde posthum als Journalist geehrt, weil er während des Warschauer Aufstandes und der gesamten Besatzungszeit als einziger Ausländer in Warschau geblieben war. Seine Fotos sind weltberühmt. Den Preis nahm sein Sohn entgegen.

Die russische Organisation setzt sich in Russland unter Lebensgefahr für Menschenrechte ein.

Dieter Schenk wurde für seine Recherchen, für seine Vorträge in Polen, für Interviews im polnischen Rundfunk und Fernsehen, für seine fünf in Polen erschienen Bücher sowie für seine Professur an der Universität Lodz ausgezeichnet. Laut Urkunde erhielt er den Preis „weil er über die historischen Geschehnisse in der Nazi-Zeit immer nur die Wahrheit sagt und schreibt“.

Im Königsschloss

Die Veranstaltung fand im vollbesetzten Konzertsaal des Warschauer Königsschlosses statt und wurde musikalisch umrahmt mit Werken von Chopin. (red/rey)

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