250 Dinge, die wir an der Region mögen (23)

Evangelische Kirche in Mansbach: Wohnzimmer der Gemeinde

Innen prächtig: Durch den Einbau von zwei Emporen an drei Seiten wirkt die Kirche innen ziemlich großräumig. Die reichhaltige Ausstattung ist wohl auch auf den Sitz zweier Adelsgeschlechter in Mansbach zurückzuführen. Über den QR-Code rechts lässt sich der Standort auf dem Smartphone anzeigen. Foto: roda

Mansbach. Die evangelischen Kirche in Mansbach gilt als älteste Barockdorfkirche in Osthessen. In ihrem heutigen Erscheinungsbild wurde sie innen um 1682 von Baumeister Bastian Bamberger neu gestaltet, der sich mit Namen und Jahreszahl an der Westempore verewigt hat.

Wahrscheinlich war sie durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges stark beschädigt worden. Wesentliche Teile der Kirche stammen jedoch aus früherer Zeit, wie zum Beispiel der Chorraum. Dort weisen Bauelemente auf die frühgotische Epoche etwa um 1280 hin. Typisches Merkmal dafür ist das ins Mauerwerk eingelassene Sakramentshäuschen.

Der achtseitige Glockenturm wurde 1564 aufgesetzt und 1756 mit einem weiteren Turmgeschoss sowie der Haube auf der Spitze ergänzt.

Außer dem Altersprivileg darf das Mansbacher Gotteshaus zudem als eine der am prächtigsten ausgestatteten Dorfkirchen der ganzen Region bezeichnet werden. Auffallend und nicht sehr häufig in Dorfkirchen anzutreffen ist zum Beispiel die Ausstattung mit der zweigeschossigen Empore an drei Seiten, die bereits beim Bau des Kirchenschiffes im Jahr 1569 so gebaut wurde.

Die reichhaltige Innengestaltung vor allem die Bemalung des Tonnengewölbes mit musizierenden Engeln ist wohl auch auf den Sitz als Adelsgeschlechtes derer von Mansbach zurückzuführen. Eine ähnliche Ausmalung findet sich noch in der Kirche in Odensachsen.

1232 erstmals erwähnt

Das Dorf wird 1232 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte aber wesentlich älter sein. Im Jahr 1652 verkauften die Herren von Mansbach die Hälfte ihres Besitzes an das Geschlecht von Geyso. Die Wappen beider Adelsfamilien sind an den Seitenemporen der Kirche zu sehen.

Auffällige Ausstattungsmerkmale sind überdies der Taufstein (1510), die reich geschnitzte Kanzel und die 1732 eingebaute Orgel. Zuletzt wurde die Kirche in den Jahren 2003 bis 2004 umfassend restauriert und kann aufgrund ihrer historischen Bedeutung tagsüber besichtigt werden. Eine Plakette neben dem Eingang weist auf den freien Zugang hin.

Von Hans-H. Hartmann

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