Diskussion zu Anlagestandorten in Friedewald – Mediationsverfahren ist möglich

Wirbel um die Windkraft

Mahnen: Die Initiative für ein l(i)ebenswertes Friedewald demonstriert aktuell mit Transparenten gegen die geplanten Windkraftanlagen am „Roteberg“ und an der „Gaishecke“. Unser Foto entstand im Bereich des Hermannshofs an der B 62. Im Hintergrund der „Roteberg“. Foto: Reymond

Friedewald. Wiederholt fanden in den vergangenen Wochen Gespräche zwischen dem Vorstand der „Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Friedewald“ und den potenziellen Betreibern der beiden in der Gemarkung Friedewald vorgesehenen Windparks „Am Roteberg“ und „Gaishecke“ statt. Ziel dieser von Bürgermeister Dirk Noll initiierten Gespräche war es, die vorhandenen Standpunkte auszutauschen und die mögliche Kompromissbereitschaft darzulegen.

Einander annähern

In diese Gespräche eingebunden sind seit kurzem auch Prof. Dr. Kristina Sinemus und Dr. Christoph Ewen, die im Auftrage des Landes Hessen versuchen, durch Bürgerforen sowie gegebenenfalls durch Mediationsverfahren die Positionen der verschiedenen Lager einander anzunähern.

„Dies betrifft auch den Windpark der Firma Enercon am Waltersberg auf dem Gebiet der Stadt Heringen (Werra), welcher erhebliche Auswirkungen auf den Ortsteil Lautenhausen der Gemeinde Friedewald entfaltet“, erklärt der Friedewalder Bürgermeister.

Die Unterstützung des Landes hält Dirk Noll für sinnvoll und notwendig, da ja gerade von dort diverse strittige Vorgaben an die Umsetzung der Energiewende gemacht werden. Sei es der zweiprozentige Flächenanteil für Windvorrangflächen in Hessen oder eine fehlende konkrete Regelung der Abstände von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern.

„Aktuell bestehen Forderungen, den geplanten Windpark „Am Roteberg“ im Westen von Friedewald nicht zu errichten und stattdessen den Bereich entlang der Landesstraße nach Hönebach – zwischen dem Gewerbegebiet Friedewald und dem Zollstock – als Windvorrangfläche auszuweisen. Da die Flächeneigentümer identisch sind, würden sich hierdurch keinerlei Pachtverluste ergeben“, teilt der Bürgermeister mit. Auch für den Windparkbetreiber würden keine finanziellen Verluste entstehen, da dort unter Umständen mehr Anlagen als auf dem Roteberg entstehen könnten.

Bürgermeister Noll hat diese Variante schon beim Regierungspräsidium in Kassel vorgetragen, allerdings sieht man dort kaum eine Realisierungschance.

Ein Windrad kommt nicht

„Erfreulich hingegen, dass der Investor des Windparks „Am Roteberg“ den seinerzeitigen Forderungen des Haupt- und Finanzausschusses nachgekommen ist, und auf den Bau der ersten ortsnahen Windkraftanlage verzichtet. Der Abstand zwischen der ersten Anlage und dem Wohngebiet beträgt nunmehr 1560 Meter“, berichtet Noll. Auch ist es gelungen, das im Bereich des Friedhofes Motzfeld geplante Umspannwerk vom Ort weg zu verlegen; die Einspeisung soll nun an einem Strommasten im Bereich des „Birkig“ erfolgen.

„Bedauerlicherweise hat die Gemeinde aufgrund gesetzlicher Vorgaben sowie höchstrichterlicher Entscheidungen keine Einflussmöglichkeiten auf die Errichtung der Anlagen“, merkt der Bürgermeister an. Zu diesem Thema sind im Oktober, spätestens im November, Bürgerinformationsveranstaltungen vorgesehen. (red/rey)

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