Zwischen Oberbreitzbach und Mansbach könnte ein weiterer Windpark entstehen

Windräder vorm Salzberg

Industrie-Landschaft: So könnte künftig der Blick vom Lehnchen bei Mansbach in Richtung Salzhalde aussehen. Zwischen Mansbach und Oberbreitzbach könnten bis zu sechs Windräder entstehen. Montage: Wolfgang Ruch

Mansbach. Auch in Hohenroda könnten sich bald Windräder drehen. Die Firma SynEnergy, eine Tochter der Rhön-Energie aus Fulda, würde gern zwischen Oberbreitzbach und Mansbach auf einem etwa 90 Hektar großen Areal maximal sechs rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen aufstellen. Am Donnerstagabend stellte Wolfgang Ruch, der seit 1998 einen Windpark in Schenklengsfeld betreibt, die Pläne für das Projekt im Bürgerhaus Mansbach vor.

„Zwiespältiges Thema“

Rund 50 Zuhörer hatten sich dort auf Einladung von Bürgermeister Andre Stenda versammelt. „Ich bin ein Fan von erneuerbaren Energien, aber will nicht allein entscheiden, sondern die Bürger frühzeitig einbinden“, betonte Stenda, der weiß, dass Windkraft für viele Bürger ein „zwiespältiges Thema“ sei.

Insgesamt drei Interessenten hätten sich bei ihm im Rathaus vorgestellt, er halte SynEnergie für einen kompetenten und lokal-verwurzelten Partner, auch wenn es bislang keinerlei Festlegungen gebe.

In einem etwa einstündigen Vortrag erläuterte Wolfgang Ruch dann seine Vorstellungen für das Projekt. Er erinnerte an die Zielstellung des hessischen Energiegipfels, wonach bis 2050 einhundert Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen soll. Dafür seien zwei Prozent der Landesfläche vorgesehen. In Hohenroda gebe es ohnehin nur zwei Vorrangflächen, die überhaupt die Grundvoraussetzungen erfüllten.

Auf dem vorgesehen Areal zwischen Oberbreitzbach und Mansbach wehe der Wind mit durchschnittlich sechs Metern pro Sekunde, auch die übrigen Voraussetzungen erscheinen günstig. Ruch betonte, dass die jetzt vorgestellten Pläne zunächst ein Maximalvorhaben darstellten, das einen umfangreichen Genehmigungsprozess durchlaufen müsse.

Im Idealfall könnten die sechs geplanten Anlagen pro Jahr rund 45 Millionen Kilowattstunden Energie erzeugen, was dem Verbrauch von 12 800 Privathaushalten entspreche, erläuterte Ruch.

Etwas unruhig wurde es im Saal erst dann, als Ruch Visualisierungen der geplanten Anlagen, etwa vor der Kulisse des Salzbergs, zeigte: „Windkraftanlagen verändern natürlich das Landschaftsbild, das kann man nicht verhindern“, räumte Ruch ein. Gleichwohl erwarte er keine Probleme mit Schallimissionen oder Schattenwurf, da alle Soll-Abstände eingehalten würden. Sollten alle Genehmigungen wir geplant erfolgen, könnte im Idealfall der Windpark Ende 2016 ans Netz gehen.

Geld bleibt in der Gemeinde

Ruch betonte, dass die Betreiberfirma in Hohenroda ansässig wäre und folglich auch dort Gewerbesteuer zahlen würde. „Die Wertschöpfung bleibt in der Region“, sagte er, auch wenn genaue Einnahmen noch nicht zu kalkulieren seien. „Unsere Gemeindeschulden werden wir damit nicht abtragen können“, dämpfte Bürgermeister Stenda überzogene Erwartungen.

Jetzt muss die Gemeinde entscheiden. Die vielen kritischen Fragen der Zuhörer im Anschluss an den Vortrag zeigten, dass dort durchaus noch Diskussionbedarf besteht.

Von Kai A. Struthoff

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