Gewinne sollen in der Region bleiben: Bürgerbeteiligung und Gewerbesteuer

Windpark für 50 Mio. Euro

So könnte es aussehen: Blick über Hönebach in Richtung Seulingswald. Diese Animation der Projektentwickler zeigt mögliche Standorte. Wo die Anlagen einmal stehen und wie viele es sein werden, ist noch offen. Foto: nh

Heringen/Friedewald/Wildeck. Für rund 50 Millionen Euro soll im Dreiländereck Heringen/Friedewald/Wildeck ein Windpark entstehen. Das wären jedenfalls die Investitionskosten für zehn Anlagen. Ob alle Anlagen letztendlich gebaut werden und an welchen Standorten, steht noch nicht fest. Darauf weist Frank Heuser von der Land und Forst Projektentwicklung GmbH aus Wetzlar hin. Standorte und Anzahl werden vom Eigentümer Land Hessen, der Genehmigungsbehörde (RP Kassel) und den drei Kommunen bestimmt werden, erklärt Heuser.

Er will in Kürze zusammen mit dem Bad Hersfelder Unternehmer Ingo Sauer die Bürgerwind Gaishecke GmbH mit Sitz in Heringen gründen. Diese trägt das Risiko, bis die Windräder fertig sind. Dann sollen sie an die Betreibergesellschaft Bürgerwind Gaishecke GmbH Co. KG gehen. Beteiligen können sich hier Einzelmitglieder, Kommunen, Stadtwerke und Genossenschaften. Außerdem soll ein Beirat aus der GmbH und der Betreibergesellschaft gebildet werden, erläuterten Heuser und Sauer. Alle drei Kommunen sollten von Anfang an dabei sein.

Der Wildecker Bürgermeister Jürgen Grau betonte am Mittwochabend bei einer Veranstaltung der drei betroffenen Gemeinden, es handele sich um eine Information, keiner Firma sollten Vorteile eingeräumt werden. Wildeck werde aber nur über die Gewerbesteuer an einem solchen Projekt beteiligt, wenn Standorte auf dem Gemeindegebiet lägen. Die Gewerbesteuereinnahmen steigen mit den Jahren auf über 100 000 Euro für zwei Anlagen, wenn diese im 16. Jahr abgeschrieben sind.

„Wenn die Flächen vom RP genehmigt werden, sind wir bereit“, sagte Volker Neumann von Hessen Forst, dem die Flächen gehören. Alte Buchenbestände würden nicht angetastet, das Zentrum des Seulingswaldes solle nicht belastet werden, sagte Neumann.

Für das Projekt sind 25 Prozent Eigenkapital erforderlich. Man hoffe auf viele Geldgeber aus der Bevölkerung, auch mit den Banken vor Ort will man arbeiten. Man wolle möglichst alles in der Region verankern, damit das Projekt von der Bevölkerung angenommen werde, erklärten Heuser und Sauer. Nach den Worten des Heringer Bürgermeisters Hans Ries sind in Heringen weitere Windkrafträder an vier Standorten in Planung. Wenn alle gebaut würden, sei man autark.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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