Gemeindevertreter sprechen sich gegen Vorrangflächen aus

Windkraft unerwünscht

Erdmannrode. Die Schenklengsfelder Gemeindevertreter lehnen einstimmig die Ausweisung der im Teilregionalplan Energie genannten Gebiete HEF_037 (Wippershainer Höhe) und HEF_039 (Buchwald) als Vorranggebiete für Windenergieanlagen ab. Sie wollen erreichen, dass sich auf diesen Forstflächen, die sich im Eigentum des Landes Hessen befinden, nie ein Windrad drehen wird.

Diesen von Bürgerliste und Grünen formulierten Antrag unterstützen auch die Sozialdemokraten.

Vor der Abstimmung am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Erdmannrode hatte jedoch Nora Mannel (SPD) mitgeteilt, dass sie bereits vor einem Jahr einen solchen Antrag gestellt hat, der aufgrund einer Patt-Situation nicht durchgesetzt werden konnte. „Wir springen heute über unseren Schatten und stimmen zu.“ Darauf entgegnete Udo Langer (Bürgerliste), dass der damalige SPD-Antrag keine klare Aussage beinhaltet habe. „Wir haben das heute eindeutig formuliert“, merkte er an.

Antrag und Änderung

Die SPD hatte seinerzeit gefordert, Windkraftanlagen im Buchwald abzulehnen. Wenn doch etwas gebaut werden sollte, dann bitte durch einen ortsansässigen Investor. Darauf hatte die Bürgerliste damals mit einem Änderungsantrag reagiert und den Passus mit dem potenziellen Investor ersatzlos zu streichen versucht. Beide Anträge erhielten damals elf Ja- sowie elf Nein-Stimmen und waren somit durchgefallen. Und das Thema Windkraft war zunächst vom Tisch.

Nun ist also amtlich, dass die Schenklengsfelder Kommunalpolitiker die Förderung regenerativer Energien zwar grundsätzlich befürworten, aber keine weiteren Flächen für die Windkraft zur Verfügung stellen möchten. „Wir werden hier mit Windkraftanlagen zugepflastert. Eigentlich sind zwei Prozent der Flächen für die Windkraft vorgesehen. Wir in der Gemeinde Schenklengsfeld würden bei über drei Prozent liegen. Das ist nicht in Ordnung“, hatte Ursula Wenzel für die Grünen argumentiert.

In Schenklengsfeld gibt es mit HEF_051 bereits ein ausgewiesenes Gebiet für Windkraftanlagen. Dort drehen sich sieben Räder. Ein Repowering zum weiteren Ausbau ist dort bereits vorgesehen. Zusammen mit den ebenfalls vorhandenen beziehungsweise noch geplanten Photovoltaik- und Biogasanlagen werde in der Gemeinde künftig eine bemerkenswerte Menge an regenerativer Energien erzeugt – weit über den Eigenbedarf hinaus. Für die Bevölkerung ergebe sich dadurch eine schon nicht zu unterschätzende Belastung, heißt es aus den Reihen der Gemeindevertreter.

Von Mario Reymond

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