Renertec GmbH aus Brachttal investiert 1,4 Millionen Euro in die Mühlensanierung

Die Werra liefert Strom

Schwerstarbeit: Mit Hilfe von Flaschenzügen versucht ein Arbeiter den tonnenschweren Deckel, der später einmal die Turbine schützen soll, einzupassen. Foto: Reymond

Heringen. Die Firma Renertec aus Brachttal rüstet die ehemalige Werramühle in Heringen seit Sommer diesen Jahres für etwa 1,4 Millionen Euro auf.

Von Grund auf überholen

Dabei werden das Mühlenwehr sowie die Turbinenanlage von Grund auf überholt. Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Noch in diesem Jahr soll die erste der beiden neuen Turbinen ans Netz gehen. Diese sogenannte Storek-Kaplan Turbine hat einen Wasserdurchsatz von 16,5 Kubikmetern in der Sekunde und eine Nennleistung von 166 Kilowatt.

Zusammen mit einer kleineren Voith-Francis Turbine, die ebenfalls noch installiert werden muss, und über eine Nennleistung von 40 Kilowatt verfügen wird, will die Renertec GmbH einen Jahresertrag von rund 1,5 Megawatt erreichen.

Der erzeugte Strom aus dem Heringer Kraftwerk wird dann in das Netz des Energieversorgers E.on Mitte eingespeist.

Die komplette Anlage soll nach ihrer Fertigstellung online überwacht und gesteuert werden. Das Unternehmen aus Brachttal trägt zudem Sorge dafür, dass nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden eine Mindestabgabe an Werrawasser von 1,8 Kubikmetern pro Sekunde erreicht wird. Neben den Wehr- und Turbinenanlagen wird überdies auch noch eine Fischtreppe installiert.

Die Zukunft der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Werramühle ist damit gesichert. Der heutige Gebäudetrakt stammt übrigens aus dem Jahre 1927. Bis zum Jahr 1991 wurde in der Werramühle noch Getreide gemahlen. Die Mahlleistung betrug 180 Zentner am Tag. Die Turbine produzierte auch nach der eigentlichen Mühlen-Stilllegung weiter Strom. Seit dem Jahre 2007 ist nun die Renertec GmbH Eigentümerin der Werramühle und setzt weiterhin voll auf die Stromgewinnung durch Wasserkraft.

Wie das eigentliche Mühlengebäude, das komplett leersteht, in Zukunft genutzt werden kann, darüber ist sich Renertec-Geschäftsführer Christoph Eckert noch unschlüssig: „Wir haben noch keinen passenden Partner gefunden“.

Von Mario Reymond

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