Wenn Mobilfunk krank macht

Irgendwann konnte Reinhardt Kremer nicht mehr schlafen, obwohl er sonst nie Probleme damit hatte. Hinzu kamen Herzrasen und Mattigkeit. Woher seine plötzlichen Gesundheitsprobleme kamen, wusste er nicht. Sein Hausarzt sprach von „Einbildung“. Dann erfuhr er, dass in seiner unmittelbaren Nähe ein neuer Sender entstanden ist. Ihn macht er für seine Schwierigkeiten verantwortlich. „Denn alle Beschwerden waren weg, wenn ich in einem Funkloch war.“

Kremer gehört zu den offenbar immer zahlreicher werdenden elektrosensiblen Menschen. Sie reagieren besonders empfindlich auf elektromagnetische Felder. Immer mehr Fachleute warnen vor den gesundheitsschädlichen Folgen speziell der immer stärkeren Handynutzung.

Kremer berichtete bei der Informationsveranstaltung über Folgeerkrankungen wie Muskelkrämpfe, Tinnitus, Herzinfarkt, Hautausschläge und im schlimmsten Fall auch Krebs. Auch Markus Hofmann aus Flieden zeigte in seinem Vortrag viele Zusammenhänge zwischen Mobilfunk und Erkrankungen auf. So empfehle die österreichische Ärztekammer inzwischen ein Handy-Verbot für unter 16-Jährige. Die Europäische Umweltagentur habe in Studien belegt, dass das Hirntumor-Risiko bei Viel-Handytelefonierern enorm ansteige. Und viel ist demzufolge bereits eine halbe Stunde täglich.

Auch Jörg Milbrandt aus Motzfeld reagiert heftig auf Elektrosmog. Der passionierte Fotograf, der auch für die Hersfelder Zeitung arbeitet, hat mit seiner Kamera Fotos der Sendemasten in unserer Region gemacht und so die vorhandenen Richtfunkstrecken dokumentiert. Er glaubt fest an einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Wohnumfeld im Strahlungsbereich dieser Masten. Bei der Info-Veranstaltung zeigte er seine Aufnahmen und nannte viele Beispiele von Menschen aus der Region, die an Krebs erkrankt oder sogar verstorben sind.

Kremer und Milbrandt glauben, dass noch viel mehr Menschen elektrosensibel reagieren, die Krankheitssymptome nur nicht zu deuten wissen. Milbrandts eindringliche Warnung an die Zuhörer lautet deshalb: „Passen Sie auf sich auf, schalten Sie den elektronischen Mist ab, und bleiben Sie weg von den Sendemasten.“ (kai)

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