Gut Gethsemane wurde vor 650 Jahren erstmals urkundlich erwähnt – Gottesdienst

Wechselhafte Geschichte

Jubiläum: Vor 650 Jahren wurde das Gut Gethsemane erstmals urkundlich erwähnt. Deshalb laden die Hofbesitzer Peter und Fritz Schneider (Foto) mit ihren Familien zu einem Gottesdienst im Grünen in den Park ein. Foto: Heike Henning.

Gethsemane. Vor 650 Jahren wurde das Gut Gethsemane erstmals urkundlich erwähnt. Zu Ehren dieses Jubiläums laden die Hofbesitzer Peter und Fritz Schneider mit ihren Familien am kommenden Sonntag ab 11 Uhr zu einem Gottesdienst im Grünen mit anschließendem gemütlichen Beisammensein in den Park ein.

Seit etwa einem Jahr recherchiert Landwirt Fritz Schneider die Geschichte seines Hofes. Die meisten seiner Angaben stammen aus dem Staatsarchiv Marburg. Hier ist zu lesen, dass im Jahre 1364 am Tage des heiligen Philipp und Jakob die Nonnen des Klosters Kreuzberg ihr Gut ,,zu dem Gozmaris’’ mit Land, Gebäuden und Vorräten für 30 Pfund Heller verkauft haben – mit Rückkaufrecht.

Im 16.Jahrhundert ist dann von Ruinen und Wüstung die Rede. Zu dieser Zeit wurden die Bürger von Ausbach aufgefordert, für die ,,Rodeäcker am Getzmann’’ dem Kloster Kreuzberg Zinsen zu zahlen. Auch Hillartshausen und ,,Neurode’’ waren wüst. Im Jahr 1690 meldete die Rentmeisterei Vacha an die Regierung in ,,Cassel’’, dass am Seulingswald viele wüste Dorfschaften und Plätze seien. Hier wäre es möglich, 500 bis 600 Acker ,,einzuräumen’’, allerdingt müssten für die,,Stoppelhute’’(Weidefläche) der einzelnen Dorfschaften Ersatzflächen bereitgestellt werden.

Als im Jahr 1700 die Hugenotten nach Gethsemane kamen, war wieder alles wüst. Im Jahr 1868 erfolgte die Errichtung des Gutswohnhauses durch Johann George Öste und seiner Frau Emilie Caroline. Das Haus bekam die Hausnummer 41, da in der Gemarkung schon 40 Häuser standen. Erst 1972 bei der Gebietsreform bekam das Gut die Hausnummer 1.

Mühsam versuchte Schneider die 41 aus dem Stein über der Haustür zu entfernen, aber man kann sie auch heute noch erkennen. Im Jahr 1873 hatte der Hof bereits seine heutige Form. Von 1886 bis 1897 war Landwirt Ludwig Haase der Besitzer. Da dieser auf recht großem Fuß lebte, konnte er den Hof nicht lange halten und Julius Weitemeyer übernahm den Besitz.

Am 25. September 1900 zerstörte ein Großbrand das Gut. Das Wohn- und Backhaus konnten gerettet werden. Der Wiederaufbau erfolgte von 1901 bis 1905. Nachdem das Gut noch ein paarmal die Besitzer wechselte, übernahm im Jahr 1921 der Landwirt Karl Theune den Hof, ab 1952 dann seine Witwe Anna.

1967 folgte der Wechsel an die hessische Landgesellschaft und ab 1968 kommt der Name Schneider in die Geschichte. Konrad Schneider führte den Hof bis 1974, dann übergab er ihn an seinen Sohn Fritz. Seit 2005 hat Peter Schneider in der dritten Generation die Verantwortung für das Gut Gethsemane übernommen.

Von Heike Henning

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