Bei der aktuellen Einstufung von drei Stadtstraßen tritt Heringen auf die Bremse

Warten auf ein Gerichtsurteil

Herfa. Die Heringer Stadtverordneten beschäftigten sich während ihrer jüngsten Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Herfa abermals mit der Einstufung einiger Straßen im Stadtgebiet. So sollten die Industriestraße sowie die Obere und Untere Goethestraße künftig als innerörtliche Durchgangssstraßen ausgewiesen werden. Bis dato werden sie als Anliegerstraßen geführt.

Gerade die Industriestraße, an der auch die Firmen Messer und Schwabenhaus, die Spedition Krug und die K+S-Verbundwerkstatt liegen, sei nach Ansicht der SPD ja wohl alles andere als eine Anliegerstraße. Dies rief Bürgermeister Hans Ries auf den Plan, der sich wie von der CDU in einer vorherigen Sitzung gewünscht, beim Hessischen Städte- und Gemeindebund erkundigt hatte. Danach sei auch der Verkehr von Mitarbeitern zu ihrem Arbeitsplatz als Anliegerverkehr zu werten.

Dies führte zwar zu allgemeinem Unverständnis in Kreisen der Stadtpolitiker, doch eine eigene Entscheidung mochten sie dann doch nicht treffen. Vielmehr wollen sie auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Kassel in Sachen Einstufung der Heringer Steinbergstraße warten.

Schon einmal Diskrepanzen

Das Stadtparlament hatte im Herbst vergangenen Jahres die Steinbergstraße mit einem Mehrheitsbeschluss von einer Anliegerstraße in eine innerörtliche Durchgangsstraße umwidmen wollen. Nachdem der Bürgermeister diesem Beschluss widersprochen hatte, wischten die Stadtverordneten den Einwand in der Sitzung vom 11. Oktober einfach vom Tisch. Seitdem befasst sich das Verwaltungsgericht in Kassel mit der Thematik. Und auf dieses Urteil soll nun gewartet werden, um dann die richtigen Entscheidungen bei den anderen jetzt anstehenden Straßen treffen zu können.

Bei der Einstufung einer Straße geht es um die später eventuell anfallenden Kosten für Anwohner. In einer Anliegerstraße werden die Häuslebauer bei Kanal- oder Straßenbauarbeiten finanziell stärker belastet als bei einer innerörtlichen Durchgangsstraße. Da wiederum müsste die Stadt tiefer in die Tasche greifen.

Von Mario Reymond

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