Wüstfeld feiert 625. Geburtstag – Wüstefeld wird in zwei Jahren 675 Jahre alt

Ein „e“ verwirrt sie alle

Waschtag 1957: Ingrid Winter, Ute Knoth und Christa Hohman (von links) genießen das Bad im Zuber. Fotos: nh

Wüstfeld. Eigentlich wollten die Wüstfelder den 675. Geburtstag ihres Ortes langsam vorbereiten. Schon im Jahre 2011 hatte Chronist Roland Wenzel die ersten Unterlagen über die Ersterwähnung von Wüstfeld im Marburger Staatsarchiv gefunden. Doch nach genauer Ansicht der Dokumente stellte sich die ganze Geschichte anders dar.

Denn neben Wüstfeld waren da auf dem alten Papier auch die Nachbarorte Mündershausen und Atzelrode erwähnt. Und schnell war allen klar, dass es sich bei dem Ort nicht um ihr Wüstfeld, sondern um das Wüstefeld bei Rotenburg handeln musste. Und wieder zog es die örtlichen Geschichtsforscher nach Marburg. Und dort wurden sie dann doch noch fündig. Das richtige Wüstfeld wurde irgendwann zwischen 1376 und 1388 das erste Mal in einem Schriftstück genannt. Also wurde die Jahreszahl 1388 als gesetzt angenommen.

Und plötzlich mussten die Wüstfelder ihr Fest wesentlich schneller planen als bis dahin angenommen. Denn statt 675 Jahrfeier in 2015 hieß es auf einmal 625 Jahrfeier im Jahr 2013. Und so wollen die 275 Einwohner des kleinen Schenklengsfelder Ortsteils es im August so richtig krachen lassen.

„Wir feiern unser Ortsjubiläum im Ortskern, da dort der Bezug zu den historischen Gebäuden gegeben ist“, erklärt Ortsvorsteherin Julia Bock. Angefangen von der ehemaligen Poststelle über das alte Sägewerk (heute Jugendhilfestation), weiter über den Wasserturm, die Alte Schule und das Dorfgemeinschaftshaus, das in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag begeht, werden viele private Grundstücke mit in das Festensemble integriert.

Los geht es am Sonntag, 25. August, ab 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst im Zelt – das auf dem Hof am Borngarten 1 stehen wird – unter Mitwirkung des Wüstfelder Singkreises und des Schenklengsfelder Posaunenchores. Anschließend findet ein Kommers mit Grußworten und Vorstellung sowie Verkauf der von Roland Wenzel im DIN-A 5-Format erstellten Chronik statt.

Ab 11 Uhr gibt es im Ortskern einen bunten Markt mit vielen Verkaufsständen. Angeboten werden frischgebackenes Brot, Eis, Ziegenkäse, Wurst und Kartoffeln. Ein Regenschirm mit dem Wüstfeld-Logo wird ebenfalls zum Kauf angeboten. Weiterhin gibt es altes Handwerk wie Drechseln, Klöppeln und Spinnen zu bestaunen. Eine Imkerei, alte Traktoren sowie eine Ausstellung von E-Bikes warten auch auf die Gäste.

Im Dorfgemeinschaftshaus wird die Geschichte Wüstfelds in Texten und Fotos präsentiert. Außerdem gibt es einen Bücherflohmarkt. Wer zudem beim „Wüstfeld-Rätsel“ die richtige Antwort weiß, kann einen der attraktiven Preise gewinnen. Zusätzlich zu dem bunten Programm auf dem Gelände der Jugenhilfestation stehen für die jüngeren Gäste Kettcars und eine Hüpfburg bereit.

Paella und Pizza

Zur Stärkung gibt es neben Steaks und Würstchen auch Ploatz, Suppe vom DRK sowie im Sägewerk Paella und Pizza. Ein Weinstand rundet die kulinarischen Angebote ab. Im Zelt gibt es nachmittags Kaffee und Kuchen sowie einige Aufführungen von Kindergruppen.

Von Mario Reymond

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