In Thüringen fanden am vergangenen Sonntag Bürgermeisterwahlen statt

Vacha: Frank Pach ist weg

Vacha. Paukenschlag bei der Bürgermeisterwahl in Vacha. Nach 18 Jahren Amtszeit wurde SPD-Bürgermeister Frank Pach abgewählt. Er unterlag seinem Herausforderer Martin Müller deutlich. Der CDU-Kandidat erhielt 1267 Stimmen. Pach kam auf 717 Stimmen. Mit diesem Ergebnis hatten beide nicht gerechnet.

Frank Pach zeigte sich nach seiner Niederlage gefasst: „Ich hätte gedacht, dass es knapp wird, aber damit hätte ich nicht gerechnet. Das ist eine Abwahl“, sagte er. In dieser Woche werde er sich Gedanken machen, wie es beruflich für ihn weiter geht. 18 Jahre lang war er Bürgermeister. „Vielleicht ist ja genau das der Grund: Nach 18 Jahren ist es nicht mehr so einfach, den Leuten neue Hoffnungen zu geben“, sagte er traurig.

Vachas neuer Bürgermeister Martin Müller war überrascht von dem Resultat: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so ausgeht – so deutlich zu meinen Gunsten, das hätte ich wirklich nicht gedacht, aber ich freue mich“.

Konkurrenzlos war Martin Henkel (CDU) in Geisa zur Wahl angetreten, um sein Amt als Bürgermeister, dass er seit sechs Jahren inne hat, zu verteidigen. Konkurrenz bekam er dann doch noch am Wahltag: Vier weitere Personen wurden auf Stimmzetteln notiert – was nur möglich ist, wenn es nur einen oder keinen Bewerber gibt. Mit 96,3 Prozent der Stimmen setzte Henkel aber ein deutliches Zeichen zu seinen Gunsten. Nicht zufriedenstellend fand Geisas alter und neuer Bürgermeister allerdings die Wahlbeteiligung von 52,7 Prozent in seiner Stadt.

In Unterbreizbach setzte sich Roland Ernst (parteilos) – er war erneut von der SPD aufgestellt worden, die Linke hatte ihn unterstützt – mit 84,9 Prozent gegen seine Konkurrentin Ute Schumann (CDU) durch. „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich mit so deutlichem Vorsprung gewonnen habe. Ich hatte zwar gehofft, dass es für mich reicht, aber dass die Wahl mit einem so deutlichen Unterschied für mich ausgeht, hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagte er.

Ernst hofft nun, dass der Wahlkampf nicht im Gemeinderat seine Fortführung findet. In Unterbreizbach war der Wahlkampf zum Schluss so eskaliert, dass sich beide Kontrahenten gegenseitig bei der Polizei angezeigt hatten (wir berichteten). Ute Schumann (CDU) bedankte sich bei ihren vielen Helfern und fügte hinsichtlich des Wahlkampfs an: „Ich sehe mich als jemanden, der in dieser Zeit viel dazu gelernt hat. Dass Ehrlichkeit und Engagement nicht immer anerkannt werden“. (bf/tk)

Kommentare