Zauberhaftes Krippenspiel am 1. Weihnachtstag in Wippershain – Der ganze Ort wird zum Heiligen Land

Unterm Stern von „Bethlehain“

Stimmungsvoller Auftakt des Krippenspiels vor der kleinen Kirche von Wippershain. Pfarrerin Imke Leipold (3. von rechts) und ihr Vater, Günter Schaub, tragen aus der Weihnachsgeschichte vor.

Wippershain. Ihr Kinderlein kommet, so kommet doch all, zur Krippe her kommet – im Stall von Wippershain. Mehr als 200 Menschen sind dem Stern gefolgt, große und kleine Kinder Gottes, und stehen nun dicht gedrängt vor der kleinen Krippe und betrachten froh das Christkind.

Luca Finn ist zwar nicht neu-geboren, aber trotzdem etwas Besonders: Er wurde als Schaltjahr-Baby am 29. Februar geboren. Der kleine Sohn von Ramona und Andreas Gründer war damals auf der Titelseite der HZ.

Jetzt spielt der Kleine die Hauptrolle im zauberhaften Krippenspiel von Wippershain, für das sich unter der Leitung von Pfarrerin Imke Leipold das ganze Dorf in das Heilige Land verwandelt hat. Etwa 20 Laiendarsteller stellen stimmungsvoll an fünf Stationen die Weihnachtsgeschichte nach, die Hans Hantke mit sonorer Stimme vorträgt.

Dicht gedrängt wird Erzähler Hans Hantke gelauscht.

Es beginnt an der kleinen Dorfkirche. Plötzlich prescht ein reitender Bote von König Herodes vorbei und verkündet dessen Zählappell. Also macht sich die Prozession auf den Weg und folgt dem Stern.
„Dem Königsstern der Güte, dem darfst du trauen, dass er dich wohl behütet“, rezitiert Pfarrerin Imke Leipold, als sich der lange Zug durch die dunklen Straßen des kleinen Ortes aufmacht.
„Unterwegs bleiben, immer wieder horchen und so den Weg finden“ – an der uralten Wahrheit der Weihnachtsgeschichte hat sich bis heute nichts geändert. Und auch nicht an dem Wahnsinn mancher Despoten. Plötzlich, aus dem Dunkel heraus, ist er da: Herodes, gespielt von Bürgermeister Stefan Gensler, der im beleuchteten Pavillon im prachtvollen Garten der Familie Gerlach auftaucht.

Er genießt die Rolle als Bösewicht, vermutlich weil sie so gar nicht zu dem sonst so freundlichen Bürgermeister passen will. Gensler freut sich über das Laienspiel von „unserer tollen Pfarrerin“ und lobt den Zusammenhalt in der Gemeinde. Doch dann zieht die Prozession erst mal weiter – stolpert über dunkle Feldwege, die von flackerndem Fackellicht diffus erhellt werden, bis dann der Weihnachtsstern den dunklen Nachhimmel über der Rhön erleuchtet.

Das Christkind, Luca Finn, mit seinen Eltern Ramona und Andreas Gründer. Fotos: Struthoff

Auch die Hirten mit ihren Schafen und die Heiligen Drei Könige sind jetzt da und folgen dem Stern zur Krippe. Davor drängen sich die Kinder, alle wollen das Baby sehen, das nur ab und an in die besinnliche Runde schreit.
Gänsehaut macht sich breit, als dann aus über 200 Kehlen das alte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklingt – und das liegt nicht nur an dem eisigen Wind, der über die Wippershainer Höhe bläst. Denn in dieser hoch-heiligen Nacht wird Wippershain zu Bethlehain.

Von Kai A. Struthoff

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