Bürgermeister Hans Ries wettert gegen Auflagen

Unke stoppt Bau der Kraftwerksstraße

Heringen. Ein spezieller weißer Asphaltbelag muss nun noch auf die Kraftwerksstraße in Heringen aufgebracht werden, damit Gelbbauchunke und Zauneidechse die Straße überqueren können. Das teilt Heringens Bürgermeister Hans Ries empört mit. Die eigens angefertigten und, so Ries, „sündhaft teuren“ Durchgänge würden wohl von den Tieren nicht genutzt, deshalb sei der spezielle Straßenbelag nötig, damit sie nicht auf der Straße sitzen blieben.

Ries ärgert sich nicht nur über den enormen Zeitaufwand, den die Ausgleichsplanungen kosten – nach seinen Aussagen mehr, als die Baubegleitung für das Ganzjahresbad und die Kindergärten zusammen –, sondern vor allem um die Ungleichbehandlung von Lebewesen. „Während bei Kindern ein sicherer Übergang über eine Landesstraße nur mit eine langen Unfallstatistik oder, wie in Hergen, nach dem Tod eines Kindes erreicht werden können, ist das bei einer Amphibie etwas völlig anderes. Zum Schutz der Unke wird zumindest in Hessen ... schon im Vorgriff gehandelt und selbst gigantische Summen spielen nicht die geringste Rolle“, schimpft Ries.

Auf der Landesstraße zwischen Wölfershausen und Herfa würden jährlich tausende von Tieren zerfetzt oder plattgefahren, ohne dass die gleichen Naturschutzbehörden die Notwendigkeit sähen, die Kreaturen zu schützen, wundert der Bürgermeister sich. (zac)

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