Studierende in Heimboldshausen wollen künftig auf Nachhaltigkeit setzen

Unesco zeichnet Schule aus

Nachhaltigkeit beim täglichen Einkauf: Nancy Berndt und Vanessa Hellberg an einer Lernstation der Licheröder Konsumwerkstatt. Foto: nh

Heimboldshausen. Wie kann man die eigene Schule zukunftsfähig gestalten? Wie kann das Leitbild der Nachhaltigkeit im pädagogischen Programm und im Schulalltag verankert werden? Mit diesen Fragen haben sich sieben Lehrkräfte und 14 Studierenden der Schule für Sozialwesen in Heimboldshausen während eines zweitägigen Workshops am Umweltbildungszentrum Licherode auseinandergesetzt.

Mit ihrem Projekt zur Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wurde die Heimboldshäuser Schule für Sozialwesen, eine Außenstelle der Beruflichen Schulen Bad Hersfeld, kürzlich von der Unesco als Modellprojekt der UN-Bildungsdekade ausgezeichnet. Nun sollte es darum gehen, diese hohe Auszeichnung mit weiterem Leben zu erfüllen und im Sinne der Partizipation auch die Studierenden noch enger einzubinden.

Und was könnte es hierzu für einen besseren Tagungsort geben als Licherode. Das Umweltbildungszentrum, selber mehrfach als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet, zeigt an vielen kleinen Beispielen, wie Nachhaltigkeit praktisch umgesetzt werden kann, angefangen von der regional-biologischen Verpflegung über die naturnahe und kindgerechte Gestaltung der Außenanlagen bis hin zu den pädagogischen Angeboten.

In ihrem Einstiegsreferat lieferte Lena Heilmann eine ebenso einfache wie überzeugende Definition von Nachhaltigkeit: „Wir dürfen nicht heute auf Kosten von morgen, nicht hier auf Kosten von anderswo leben“, so die erfahrene Umweltpädagogin. Anschließend zeigte Umweltpädagoge Johannes Lutz mit seiner Konsumwerkstatt, dass jeder von uns in seinem Alltag ständig kleine und große Nachhaltigkeits-Entscheidungen trifft, sei es beim täglichen Einkauf, beim Reisen oder beim Heizen.

In einer von Lisa Mohr moderierten Zukunftswerkstatt wurden nicht nur Visionen, sondern auch zahlreiche ganz konkrete Handlungsschritte für die weitere Schulentwicklung erarbeitet. Die Ideen reichten von einer freundlicheren und farbenfrohen Gestaltung des Schulgebäudes über eine Zukunfts-Litfasssäule im Foyer bis hin zu einem Zertifikat der Bildung für nachhaltige Entwicklung für die Studierenden.

Willenserklärung steht

Zum Abschluss des Workshops unterzeichneten alle Teilnehmer eine Willenserklärung, in der der Schulgemeinde empfohlen wird, das Leitbild der Nachhaltigkeit als durchgängiges Prinzip im Schulleben zu verankern. Dieser Weg soll künftig durch eine gemeinsame Lenkungsgruppe aus Schulleitung, Lehrkräften, Studierenden und Schülern begleitet werden.

Claudia Fink und Klaus Adamaschek, die die schulinterne Planungsgruppe leiten und den Workshop organisiert hatten, waren von den Ergebnissen ebenso begeistert wie alle anderen Teilnehmer. „Das war gelebte Partizipation, davon müssen wir so viel wie möglich in den Schulalltag mitnehmen“, brachte es die Abteilungsleiterin für den Bereich Sozialwesen der Berufschulen Obersberg, Simone Gläser, auf den Punkt. (red/rey)

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