In der Gemeinde Friedewald formiert sich eine Bürgerinitiative gegen weitere Anlagen

Wut über Windräder

Von Windmühlen umgeben: Nicht weniger als 33 neue Windkraftanlagen sind nahe und in Sichtweite von Friedewald geplant. Nun will eine Bürgerinitiative gegen den weiteren Ausbau protestieren. Skizze: roda

Friedewald. Angesichts der Windkraftausbaupläne rund um Friedewald fühlen sich deren Bewohner bald von zahlreichen Windrädern umzingelt. Seit Bekanntwerden der geplanten Anlagenstandorte im Februar bündelt sich der Protest jetzt unter der Bezeichnung „Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Friedewald“.

Träger des Bündnisses sind vor allem junge Familien im Neubaugebiet an der „Alten Hersfelder Straße“, aber auch Bürger aus den innerörtlichen Lagen und dem Ortsteil Lautenhausen. Kritisiert wird dabei weder die Windkraft allgemein noch die Energiewende. Gleichfalls werden die fünf bereits betriebenen Anlagen nahe der Autobahn akzeptiert.

Konkret richtet sich der Protest jedoch gegen den geplanten Standort „Roteberg“ westlich von Friedewald mit einem Abstand von 1,2 Kilometern zur Wohnbebauung und gegen das Windkraftgebiet „Waltersberg“ östlich von Lautenhausen. Hier liegen die Abstände teilweise noch unter 1000 Metern zu den nächsten Wohnhäusern.

In den Unmut einbezogen ist auch der Windpark „Gaishecke“ nordöstlich von Herfa mit allein 16 Anlagen. Zu allen drei Gebieten wird vor allem die „Verspargelung“ der bisher intakten Waldlandschaft mit 200 Meter hohen Windrädern kritisiert. Bei den Standorten nahe der Wohngebäude regen sich zusätzlich starke Bedenken wegen gesundheitsschädlicher Schallimmissionen.

Gerade hierzu bekamen die Besucher einer Info-Veranstaltung am Dienstag in Friedewald eindrückliche Schilderungen von Sylke Müller aus dem Hunsrück im Grenzgebiet von Rheinland-Pfalz und Saarland zu hören.

Sie bezeichnet sich selbst als Betroffene, seit in ihrem Wohn- und Lebensumfeld mehrere Windkraftanlagen aufgestellt wurden. Proteste dagegen seien mit oft nicht nachvollziehbaren Argumenten abgeschmettert worden. Aus dieser Ohnmacht hätten sich dann weitere Mitstreiter zu einem „Bündnis Energiewende für Mensch und Natur Rheinland-Pfalz und Saarland“ zusammengefunden, dessen Vorsitz sie übernommen habe.

Mit Fotos aus ihrem Erfahrungsgebiet und Statistiken belegte Müller zudem den Raubbau an der Natur sowie die Belastungen während der Bauphase. Sie selbst habe nunmehr den Entschluss gefasst, von dort wegzuziehen. Die Veranstaltungsbesucher forderte Sylke Müller am Schluss ihres Vortrags unterdessen auf, möglichst viele Menschen auch über die Gemeindegrenzen hinaus in den Protest einzubeziehen und ihr Anliegen öffentlich zu verbreiten.

Unterschriftenaktion

Als nächsten Schritt dazu initiiert das Friedewalder Bündnis eine Unterschriftenaktion gegen die Ausbaupläne. Weitere Informationen sind auf der dafür eingerichteten Internetplattform www.friedewalder.info nachzulesen. (ha)

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