Krippenspiel für Erwachsene thematisiert in Heringen die Flucht nach Ägypten

Über Grenzen hinweg

Die Weihnachtsgeschichte an der Grenze: Das junge Paar, das mit seinem Baby auf der Flucht ist, droht an den Grenzposten zu scheitern. Das Krippenspiel für Erwachsene wird am Sonntag in Heringen gezeigt. Foto: nh

Heringen. Das Krippenspiel für Erwachsene, das in diesem Jahr am vierten Adventssonntag, 22. Dezember, ab 18 Uhr in der Stadtkirche Heringen aufgeführt wird, spielt an einer Grenze. Diese Grenze, so erläutert Pfarrer Thorsten Waap, hindert einerseits Flüchtlinge und Hirten am Fortkommen und schützt andererseits die Touristen in ihrer ägyptischen Ferienanlage. Die Touristen, die von ihrem Reiseleiter in die Ferienanlage geführt werden, wollen eigentlich dem Weihnachtsfest im kalten Deutschland entfliehen und kommen damit der Weihnachtsgeschichte nicht nur rein geografisch näher als gedacht.

Immer wieder unterbrechen

Sie werden damit konfrontiert, dass ein Paar mit Kind wie vor zweitausend Jahren nach Ägypten flieht. Der Erzähler muss aber das Spiel immer wieder unterbrechen, da die sich entwickelnden Szenen anscheinend nie etwas mit dem gewohnten Bild von Weihnachten zu tun haben. Dies ist der Fall, wenn Maria und Josef bei ihrer Flucht nach Ägypten an den Grenzposten zu scheitern drohen, wenn die Weihnachtsgeschichte mit dem Kaiser Augustus endlich beginnen soll, oder sich die Touristen bereit erklären, die Rollen der drei Weisen aus dem Morgenland zu übernehmen. Am Ende scheinen alle Konflikte so zu eskalieren, dass nur noch Engel helfen können, dass es endlich Weihnachten werden kann. Aber Engel sind für dieses Krippenspiel eigentlich nicht vorgesehen.

Pfarrer Waap empfiehlt Interessierten, frühzeitig zu kommen, da die Kirche erfahrungsgemäß schnell gefüllt ist. (red/zac)

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