Festspielkonzerte: Das Trio Mundanus überzeugte mit Kammermusik

Der Turbo beim Tanz

Bot in Bad Hersfeld slawische und ungarische Kammermusik: Das Trio Mundanus. Foto: Naumann

Bad Hersfeld. Großen Dank an das Trio Mundanus für die Gelegenheit, diese beiden herausragenden Kammermusikwerke zu hören – und das in einer gültigen, beinahe exemplarischen Wiedergabe. Die Bad Hersfelder Festspielkonzerte sind nun von der Stiftsruine ins Johann-Sebastian-Bach-Haus umgezogen, und hierhin passt natürlich Antonín Dvoáks „Dumky“-Trio e-Moll op. 90 ebenso wie Zoltán Kodális Duo op. 7 für Violine und Violoncello.

„Dumky“ – das ist die Mehrzahl von „Dumka“, eines ukrainischen Volkstanzes mit mehrmaligem Wechsel rascher, ausgelassener Teile und langsamer, schwermütiger, vergleichbar dem ungarischen Csárdás oder dem griechischem Sirtaki.

Auch dem 1914 entstandenen Kodáli-Duo sind Elemente der Volksmusik eingeprägt – rhythmische, melodische (Pentatonik = Fünftonfolge), spieltechnische (Pizzicato, flinke Tonrepetitionen). Dimiter Ivanov (Violine), Sabine Krams (Violoncello) und Yukie Takada (Klavier), eben das von Frankfurt aus agierende Trio Mundanus, demonstrierten einem eher kleinen Publikum am Samstagnachmittag, wie viel Reiz in solch echter Kammermusik steckt, wie sich in getragenen Passagen schwelgen lässt und wie man plötzlich den Turbo zündet, um den Schwung, ja Überschwang auszukosten.

Sie zeigten es mit reifem, bei aller Fülle aber flexiblem Ton und klarer Linie, wo nötig, auch mit entschieden solistischem Zugriff.

Spannung und Kontrast milderten sich in zwei kurzen Nachträgen für Violoncello und Klavier: drei Stücken von Leos Janácek mit dem Titel „Pohádka“ (Märchen) und dem berühmten „Schwan“ aus Camille Saint-Saëns‘ „Karneval der Tiere“.

Von Siegfried Weyh

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