Humor im Nonstop-Gespräch lieferte Kabarettist Peter Vollmer in Schenklengsfeld

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Auch seine musikalischen Zwischenspiele unterlegte Peter Vollmer mit zotigen Versen und bot so dem Publikum im Schenklengsfelder Bürgerhaus eine unterhaltsame Kabarettveranstaltung. Foto: roda

Schenklengsfeld. Mit belustigtem Gekicher bis zu dröhnendem Gelächter reagierten die Zuhörer auf die humoristischen Salven, die der Kabarettist Peter Vollmer anlässlich einer vom örtlichen Männergesangverein organisierten Veranstaltung im Schenklengsfelder Bürgerhaus ins Publikum abfeuerte.

Schon die Begrüßung mit korrekter Ortsbezeichnung der Besucher aus den umliegenden Dörfern machte neugierig. Aber dem Kölner ist die Gegend keineswegs fremd. Stammt doch sein Großvater aus Ransbach. Und außerdem hat er bereits vor vier Jahren bei einem Auftritt in Schenklengsfeld seine unterhaltsame Visitenkarte hinterlassen.

Hang zur Selbstüberschätzung

Mit seinem aktuellen Programm unter dem Titel „Frauen verblühen – Männer verduften“ bescheinigte Peter Vollmer nun dem starken Geschlecht einen erheblichen Hang zur Selbstüberschätzung bei gleichzeitigem Eingeständnis der Alltagsunbrauchbarbeit. So etwa verleite das Höherstellen der Sitzheizung im Auto zur Annahme, man hätte mehr Feuer unterm Hintern. Und die Bedienung und Benutzung eines modernen Smartphones trage schon kaum zu verbergende Merkmale einer unheilbaren Sucht. Vollmers Lieblingshassobjekt ist jedoch der Leergutautomat, vor dem sich schon ‘mal Jürgen-Trittin-Gedächtnisprozessionen versammeln können und dessen funktionsfähigstes Modell ausgerechnet in einem Vorort von Kinshasa steht.

Diktatur des Vegetariats

Aber auch der Diktatur des Vegetariats in seinem Wohnstadtteil Köln-Nippes kann der bekennende Allesfresser nichts Vergnügliches abgewinnen. Die Annahme, aus der täglichen Ernährung wie der eines Karnickels entwickle sich folgend die Liebeskraft desselben, harrt noch eines schlüssigen Beweises.

Selbst dem gegenwärtigen Modetrend zur Funktionskleidung widmete Vollmer eine ausführliche Betrachtung und bezeichnete eng anliegende Sporthosen als Anatomieatlas hervorstehender Körperteile.

Natürlich bekamen auch bekannte Promis ihr Fett weg, indem Berlusconi in letzter Not Hilfe von Lothar Matthäus angeboten und Peer Steinbrück mit dem Killerkarpfen aus dem Film „Findet Nemo“ verglichen wurde.

Zudem ist der Baumarkt das Naherholungsgebiet für Heimwerker und das Einsetzen eines Bohrers ins Bohrfutter das beste Training fürs Vorspiel. Und nicht zuletzt wirbt Peter Vollmer für die wundersame Wirkung von Testosteron-Pflaster. Jeder dritten der nach der Vorstellung zu kaufenden DVDs sei übrigens ein Probemuster beigelegt, gab er am Schluss seines Auftritts den Gästen noch Verhaltensempfehlungen für die folgenden Abend- und Nachtstunden mit auf den Weg.

Von Hans-H. Hartmann

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