250 Dinge, die wir an der Region mögen (188): Der Wasserturm in Wüstfeld

Technisches Baudenkmal

Der Wasserturm in Wüstfeld wurde 1932 zur zentralen und hygienisch einwandfreien Wasserversorgung errichtet. Heute ist er das Wahrzeichen des Dorfes. Foto: Honikel

Wüstfeld. Der kleine Ort Wüstfeld der Gemeinde Schenklengsfeld musste lange Zeit auf eine zentrale Wasserversorgung warten. Durch die ungünstige Höhenlage konnte kein Wasser von einer höher liegenden Quelle über Leitungen in den Ort geführt werden, wie zum Beispiel in den anderen Dörfern des Landecker Amtes, wo ab 1914 zentrale Wassersysteme für Haus und Hof gebaut wurden.

Es waren vor allem die Dorfschullehrer, die sich wegen der mangelhaften Wasserversorgung durch nur wenige Tiefbrunnen im Ort beim Gemeinderat immer wieder beschwerten, was letztlich, auch mit Hilfe des Landrats in Hersfeld, zum Ziel führte.

Was es mit diesem einmaligen technischen Denkmal im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf sich hat, kann seit einigen Jahren auf einer Tafel an der Straße beim Turm nachgelesen werden. Dort heißt es:

„Der Wasserturm, weithin sichtbares Wahrzeichen von Wüstfeld, wurde 1932, nach vielen Jahren der Planung, zum Zwecke einer zentralen und hygienisch einwandfreien Wasserversorgung errichtet. Er löste das mühsame und zeitaufwendige Wasserpumpen aus Tiefbrunnen ab.

Der Turm ist 22 Meter hoch, sein Wasserbecken hat einen Inhalt von 63 Kubikmetern. Das Wasser wurde aus der unter dem Turm liegenden Quelle elektrisch in das Turmbassin gepumpt.

Bei Bedarf wurde es über eine Falleitung in das Ortsnetz eingespeist. 1983 wurde der Wasserturm stillgelegt und Wüstfeld an die Ringleitung der Gemeinde Schenklengsfeld angeschlossen.

Zu seinem 75jährigen Bestehen im Jahre 2007 wurde der Wasserturm mit tatkräftiger Unterstützung der Wüstfelder Bürger an Dach und Fassade saniert.“

Auch in diesem Jahr stand bei der 625-Jahrfeier zur Ersterwähnung des Dorfes der Wasserturm im Zentrum des allgemeinen Interesses. So bleibt zu hoffen, dass die Wüstfelder weiterhin zu ihrem technischen Baudenkmal stehen, das sie täglich daran erinnert, wie mühsam ihre Vorfahren jahrhundertelang das nötige Wasser für Haus- und Landwirtschaft beschaffen mussten.

Von Karl Honikel

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