Gedenkstein wurde umgesetzt, weil er geplanter K+S-Haldenerweiterung im Weg war

Sühnekreuz steht wieder

Feierten die Einweihung: Die Helfer des Ransbacher Kultur- und Verkehrsvereins am „Steinernen Kreuz“. Foto: nh

Ransbach. Sogar das Wetter spielte mit: Bei Sonnenschein feierten die Bürger der Gemeinde Hohenroda jüngst die Umsetzung des „Steinernen Kreuzes“. Mit der Zeremonie wurde auch der neue Platz eingeweiht.

Der Erste Vorsitzende des Kultur- und Verkehrsvereines Ransbach, Ferdinand Schwab, referierte über die geschichtliche Vergangenheit des Steines und gab einen kurzen Überblick zum Ablauf der Umsetzung. Besonders würdigte er Ivonne Balduf und Dr. Reiner Gerling vom Kali-Werk Werra. Erst durch sie sei die Umsetzung des Kreuzes ermöglicht worden.

Weiterhin hob er das Engagement des Steinmetzes Stefan Strube sowie der Mitarbeitern des Bauhofes der Gemeinde Hohenroda hervor. Aus den Reihen der ehrenamtlichen Helfer des Kultur- und Verkehrsvereines dankte der Vorsitzende besonders Albert Schwab, Helmut Müller und Fritz Maikranz, aber auch allen anderen Helfern.

Hohenrodas Bürgermeister Jörg Schäfer war voll des Lobes für die gelungene Umsetzung des Steines und der Herrichtung des Platzes. Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Auftritt der Landecker Jagdhornbläser umrahmt, die einige jagdliche Stücke zum Besten gaben.

Sühnekreuz aus Mittelalter

Der besagte Stein gilt als Rest eines wohl in alter Zeit aufgestellten Sühnekreuzes. Eine alte Sage berichtet von zwei Schäfern, die um ein Stück Brot in Streit gerieten und sich gegenseitig totschlugen. Laut des Kultur- und Verkehrsvereins Ransbach wurden diese Kreuze im Mittelalter als kirchliches Sühneopfer für einen Totschlag oder einen Mord an der Stelle des Geschehens vom Täter oder deren Familie errichtet.

Sie hatten die Aufgabe, den Vorübergehenden daran zu erinnern, dass an dieser Stelle ein Mensch ohne Sterbesakramente ums Leben gekommen ist. Der Vorbeigehende wurde aufgefordert, ein Gebet für den umgekommenen Menschen zu sprechen. Mit dem Erlass der „Peinlichen Gerichtsordnung“ von 1533 ging die Zeit der Sühnekreuze zu Ende. Nun setzten sich auch die weltlichen Gerichte mit Totschlagsdelikten auseinander. (red/esp)

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