Dynamit auf Rädern in Heringen: 100 Minuten Action, Speed und Nervenkitzel

Stuntfahrer küssen nicht

Nur fliegen ist schöner: Der Monstertruck der Familie Korthoff ist wirklich Dynamit auf Rädern. Wer sich ihm in den Weg stellt, wird zerquetscht – so wie hier die Schrottautos auf dem Festplatz in Heringen. Fotos: Tanja Herko

Heringen. Benzingeruch, dröhnende Bässe, heulende Motoren – die Nackenhaare stellen sich auf – Familie Korthoff und ihr Team halten, was sie versprechen: „Hundert Minuten Action, Speed und Nervenkitzel!“

Am vergangenen Sonntag sorgte das Stuntteam, das bereits in der vierten Generation unterwegs ist, mit Vier-Takt-Motorrädern, 500 PS starken Monstertrucks, LKWs in Schräglage und vielem mehr auf dem Festplatz in Heringen für jede Menge Gänsehaut.

Nach sechsmonatiger Showpause gelang ihnen ein Auftritt, der den Adrenalinspiegel der Zuschauer ordentlich in die Höhe trieb. Das Aufgebot an Action war groß und es blieb kaum Zeit zum Durchatmen. Flogen eben noch durch selbst inszenierte Crashs Autoteile durch die Luft, versuchten im nächsten Moment die Fahrer der Truppe auf dem Dach liegende Akrobaten bei voller Geschwindigkeit und rasanten 180 Grad Drehungen abzuschütteln.

Furchtlose Frauen

Diese Versuche blieben allerdings erfolglos und triumphierend traten die Helden aus dem weißen Rauch, der von den quietschenden Autoreifen verursacht wurde, um ihren tosenden Applaus entgegenzunehmen. Unter ihnen war auch Sabrina Korthoff – die, nach eigenen Angaben, die einzige Frau in Europa ist, die Stunts dieser Art aufführt.

Aber auch Frauen aus dem Publikum hatten die Gelegenheit, ihren Mut zu beweisen und als Beifahrerin in den Genuss der fahrenden Schräglage zu kommen. Humorvoll wurden sie allerdings vorher von dem Moderator dazu aufgefordert, den Fahrer während der Fahrt nicht zu küssen, damit dieser sich auf den Stunt konzentrieren konnte.

Zunächst traute sich niemand so richtig – nachdem der Moderator hinzufügte, dass dies eine gute Gelegenheit wäre, die Schwiegermutter loszuwerden, traten dann doch einige der Damen aus dem Publikum – überstanden den Stunt aber selbstverständlich unversehrt.

Auf heißen Reifen

Nicht weniger furchtlos als ihre großen Kollegen, ist der Nachwuchs des Teams. Diesem wurden vielleicht nicht unbedingt das Gefühl für Tempolimit, dafür aber Motorräder und Quads, in die Wiege gelegt. So waren auch die kleinen Stuntmänner und -frauen im Alter von fünf bis vierzehn Jahren schon auf ziemlich heißen Reifen unterwegs.

Zum Abschluss wurden die Nerven dann auch noch von den „Flying Monstertrucks“, den fliegenden Monstertrucks, gekitzelt, mit denen mühelos „zerdrückt, zerquetscht und zermalmt“ wurde. Wer wollte, konnte nach der Show Tickets kaufen, um selbst einige Runden in den Giganten mitzufahren.

Nach der Show bedankte sich das Team bei den Zuschauern und erinnerte daran, waghalsige Automanöver den Profis zu überlassen. Es forderte zum sicheren Fahren auf, da das Leben kostbar sei und man es nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfe.

In diesem Sinne: Fahren Sie vorsichtig!

Von Tanja Herko

Monstertruck - Dynamit auf Rädern in Heringen

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