Nach dem abgeschlossenen Abitur und einer Ausbildung stehen viele Türen offen

Studium, K+S oder Biologie

Die Studiendirektorin Ilona Osan von den Beruflichen Schulen Hersfeld/Außenstelle Heimboldshausen begrüßt die Ehemaligen (von links: Lara Pfaff, Marcus Lange, André Horn; verdeckt: Tim Frömel). Foto: nh

Heringen. Die Idee hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt: Das Abitur absolvieren und gleichzeitig eine Ausbildung zur chemisch–technischen Assistenz (CTA) machen. Möglich ist diese Kombination an der Werratalschule Heringen.

In den Beruflichen Schulen Heimboldshausen trafen sich kürzlich Absolventen und derzeitige CTA–Schüler sowie Vertreter der beiden Schulen und der Firma K+S zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Die Absolventen sind begehrt bei den Arbeitgebern der chemischen Industrie.

Einige der Ehemaligen, die nach dem Abitur und der Ausbildung mit einer staatlich anerkannten Prüfung abgeschlossen haben, sind bei K+S geblieben und arbeiten nun in unterschiedlichen Bereichen des Betriebs. Manche sind bei anderen Arbeitgebern in der Region, zum Beispiel bei Wella in Hünfeld oder bei B.Braun oder SoluPharm in Melsungen beschäftigt.

Andere haben ein Studium angefangen: Chemie, Biologie und Biochemie sind bevorzugte Fächer, aber auch Geographie wird gewählt.

„Es ist genau das, was ich immer machen wollte“, sagte André Horn, der bei K+S geblieben ist. Tim Frömel, der in Melsungen bei SoluPharm tätig ist, ergänzte: „Ich wollte möglichst schnell auf eigenen Füßen stehen. Meine Arbeit ist abwechslungsreich und jeden Tag interessant. Außerdem trage ich ganz schön viel Verantwortung, das möchte ich nicht missen.“

Die Studenten wiederum räumten mit dem Klischee des süßen Studentenlebens auf. Bis zu 40 Stunden müssten sie in den Hörsälen und Laboren der Universität verbringen, da bleibe für anderes wenig Zeit, berichteten Lara Pfaff und Marcus Lange.

Je nach Universität würden einzelne Elemente aus der CTA-Ausbildung anerkannt werden, in jedem Fall aber hätten sie einen riesigen Erfahrungsvorsprung im Praxisbereich gegenüber den anderen Studenten und könnten viele Experimente schneller und entspannter erledigen. Auch eine gut bezahlte Tätigkeit als studentische Hilfskraft hätte sie aufgrund ihrer CTA-Ausbildung erhalten, berichtete Lara Pfaff.

Die diesjährigen Absolventen konnten sie allerdings nicht von einem Studium überzeugen: Alle wollen sich bei den entsprechenden Arbeitgebern der Region bewerben, am liebsten aber bei K+S und damit im Werratal bleiben. (red/jh)

Kommentare