Fischereiverband fordert Konsequenzen

Studie: Kali-Lauge verdampfen lassen

Hersfeld-Rotenburg /Kassel. Konsequenzen beim Regierungspräsidium Kassel hat der Verband Hessischer Fischer (VHF) aus der Eil-Entscheidung des Verwaltungsgerichts (VG) Kassel gefordert (wir berichteten). Der jüngste Beschluss müsse jetzt Anlass sein, „seine K+S-freundliche Entscheidungspraxis einzustellen“, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes.

In seiner Entscheidung hatte das VG einen vorläufigen Stopp der Einleitung von Salzabwässern verhängt. Konkret wurde damit eine Erlaubnis des Regierungspräsidiums außer Kraft gesetzt, die es dem Kali-Produzenten K+S gestattet, Abwässer über eine Pipeline vom Standort Neuhof-Ellers nach Philippsthal zur Werra zu transportieren.

Der Verband Hessischer Fischer ist ein gesetzlich anerkannter Naturschutzverband mit 40 000 Mitgliedern und vertritt die gesamte Fischerei in Hessen. Dabei setzt er sich unter anderem für den Schutz von Gewässern sowie Tieren und Pflanzen ein.

Ein ähnliches Verfahren wie der VHF hat auch die Klagegemeinschaft von Werra- und Weser-Anrainerkommunen vor dem Verwaltungsgericht angestrengt. Eine Entscheidung ist dazu noch nicht ergangen. In das Verfahren will die Klagegemeinschaft ein Gutachten von Prof. Peter Quicker von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen einbringen, teilte Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender Werra-Weser-Anrainerkonferenz, mit. Die Studie befasse sich mit der Nutzung von Kraftwerksabwärme für das Eindampfen von salzhaltigen Abwässern der K+S Kali GmbH als Alternative zur bislang betriebenen Entsorgung.

Hölzel wiederholte seine Aussage, dass eine wirtschaftlich profitable Aufarbeitung der Abwässer möglich sei. Mit diesen neuen Technologien sei eine Entsorgung durch Verpressung in den Untergrund oder in Oberflächengewässer überflüssig. Quickers Gutachten soll den Mitgliedern der Klagegemeinschaft und der Werra-Weser-Anrainerkonferenz vorgestellt werden, und zwar am Dienstag, 23. Juli, ab 10 Uhr im Hermann-Schafft-Haus, Wilhelmshöher Allee 19a in Kassel. (clm)

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