Stötter: Ries drängte auf Verlosung

Heringen. In ihrer jüngsten Sitzung hatten die Heringer Stadtverordneten beschlossen, den Rechtsstreit der Stadt Heringen gegen Bürgermeister Hans Ries fortzusetzen (wir berichteten). Ries betreibt eine Photovoltaikanlage am Feuerwehrgerätehaus in Wölfershausen, die nach Willen einiger Parlamentarier von den Stadtwerken betrieben werden solle. Die Anlage war Ries per Losentscheid zugefallen.

Peter Stötter von der Fraktion Unabhängige Liste (UL) weist nun darauf hin, dass die strittige Verlosung nicht etwa, wie berichtet, von der Kommunalaufsicht, sondern erst auf Drängen des Bürgermeisters vom Magistrat angesetzt worden sei. Die Kommunalaufsicht hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht über einen entsprechenden Fraktionsantrag entschieden. Evelyn Bock (CDU) habe seinerzeit Widerspruch geäußert und auf die Problematik einer solchen Verlosung während eines schwebenden Verfahrens hingewiesen. Dies sei laut Stötter durch entsprechende Protokolle belegbar.

Strittige Verlosung

Laut Bürgermeister Ries gebe es aber eine ganz andere Ursache für die Auseinandersetzung. So habe sich ein Fraktionskollege Stötters selbst um die Dachfläche in Wölfershausen beworben. Erst als das Los in Abwesenheit aller Betreffenden auf Ries fiel, habe der Streit begonnen – „weil man sich damit anscheinend nicht abfinden wollte“, so Ries. Danach habe der besagte Fraktionskollege immer wieder für die Enteignung der Anlage gestimmt, die er selbst gerne gehabt hätte. „Widersprüchlicher geht es wohl kaum noch.“ Zudem habe Ries im Jahr 2012 selbst einen Antrag gestellt, in dem geprüft werden sollte, ob es wirtschaftlich sei, wenn die Stadtwerke Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen selbst betreiben. Dieser Antrag sei mit breiter Mehrheit abgelehnt worden. (esp)

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