Bernd Eckhardt (61) – Schuldnerberater will Bürgermeister von Hohenroda werden

Der spontane Kandidat

Immer erreichbar: Als Schuldnerberater ist Bernd Eckhardt immer zu sprechen. Für jede Stadt, in der er zwischen Alsfeld und Hanau tätig ist, hat er eine eigene Telefonnummer – und ein eigenes Mobiltelefon. So lässt sich ein Anrufer leichter zuordnen. Auf der Rückseite jedes Handys befindet sich nämlich ein Aufkleber mit dem jeweiligen Stadtnamen. Foto: Reymond

Ransbach. Bernd Eckhardt aus Ransbach hat sich spontan entschieden, unabhängiger Bürgermeister in seiner Gemeinde Hohenroda zu werden. Zwei Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist holte er sich im Rathaus in Oberbreitzbach die Wahlunterlagen ab und sammelte die notwendigen 46 Unterstützerunterschriften. „Mich hat geärgert, dass sich nur zwei Fremde für dieses Amt beworben haben“, erklärt Eckhardt seinen schnellen Entschluss, einfach selbst ins Rennen zu gehen.

Das Alter ist kein Nachteil

Sein Alter von 61 Jahren betrachtet er dabei keinesfalls als Nachteil. „Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung ist so alt wie ich oder älter. Ich bin einer von denen. Wenn die mich wählen, ist alles in Ordnung“, sagt Eckhardt mit einem Augenzwinkern. Als Diplom-Ökonom mit den Schwerpunkten Rechnungswesen, Finanzwirtschaft und Controlling ist er nach eigener Ansicht geradezu prädestiniert für das Bürgermeisteramt. „Ich habe Vertrauen in meine Kenntnisse und meine Fähigkeiten“.

Zurzeit ist Eckhardt in ganz Hessen als Schuldner- und Insolvenzberater für Unternehmen und Privatleute tätig. Außerdem ist er im Schwalm-Eder-Kreis Dozent in der Erwachsenenbildung und betreut Klienten aus dem Sozialgesetzbuch-II- Bereich.

Die Gemeinde Hohenroda, die erst kürzlich unter den Rettungsschirm des Landes geschlüpft ist, will Eckhardt durch seinen Einsatz schnellstmöglich entschulden. „Es muss unser vordringliches Ziel sein, die Gemeindefinanzen schnell wieder zu sanieren“. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung hat die Gemeinde aus seiner Sicht durch den Beschluss zur interkommunalen Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Friedewald bereits getan.

Damit aber in Hohenroda auch weiterhin in die Infrastruktur investiert werden kann, möchte Eckhardt versuchen, Gewerbebetriebe in Hohenroda anzusiedeln. „Ich glaube, dass wir von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft da nicht sonderlich unterstützt werden. Wir müssen uns also selbst besser vermarkten“, erklärt der Diplom-Ökonom.

Steuererhöhungen sind tabu

Schließlich sei es unumgänglich, die Einnahmesituation der Gemeinde weiter zu verbessern. Nur den Bürgerinnen und Bürgern dürfe man dabei nicht noch tiefer in die Taschen greifen. „Weitere Steuererhöhungen sind absolut tabu“, verspricht Eckhardt. Dafür will er sich als Bürgermeister mit aller Kraft einbringen.

Vor der vielen Arbeit fürchtet sich der Ransbacher jedenfalls nicht. „Ich bin heute schon bis zu zwölf Stunden am Tag beruflich unterwegs“, merkt der unabhängige Kandidat an. Einen großen Vorteil hätte der Job im Rathaus für ihn aber schon. Er müsste künftig keine 65 000 Kilometer im Jahr mehr mit seinem Auto zurücklegen.

Von Mario Reymond

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