Heringens bisheriger Stadtverordnetenvorsteher Manfred Wenk ist amtsmüde

In Sorge um die Psyche

Manfred

Heringen. Der bisherige Vorsitzende der Heringer Stadtverordnetenversammlung Manfred Wenk nennt in einer persönlichen Erklärung, die uns am Samstagmittag zugegangen ist, die Gründe für seinen Rücktritt, den er bereits in der vergangenen Woche schriftlich Bürgermeister Hans Ries mitgeteilt hatte (wir berichteten).

In den vergangenen Monaten sei Wenk demnach ständigen Angriffen des Bürgermeisters hinsichtlich der Anträge zur Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung in Wort und Schrift ausgesetzt gewesen. In immer kürzer werdenden Abständen und mit zunehmender Schärfe habe ihm der Bürgermeister immer wieder vorgeworfen, eigenmächtig, willkürlich und rechtswidrig Anträge und Vorlagen nicht auf die Tagesordnung genommen zu haben. „Dem widerspreche ich auf das Entschiedenste. Vielmehr war es mein Ziel, die Zusammenarbeit der Fraktionen zu fördern und meine Kraft zum Wohle der Stadt und seiner Bürger einzusetzen“, teilt Wenk mit.

Danach hätten die Inhalte der hessischen Gemeindeordnung und der Geschäftsordnung der Werrastadt sowie die bei Lehrgängen beim hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) erlangten Kenntnisse jederzeit sein Handeln bestimmt. Zudem hätten die Fraktionsvorsitzenden von WGH, SPD und CDU gemeinsam mit ihm im Februar eine Erklärung verfasst, aus der hervorgehe, welche formalen Grundlagen gemäß Geschäftsordnung bei der Antragsstellung einzuhalten seien.

Fehlendes Rückgrat

„Einseitige Presseberichte, fehlendes Rückgrat einiger Gesprächspartner sowie die mehr als zweifelhafte Position des HSGB haben mich psychisch so stark getroffen, dass ich aus Sorge um meine Gesundheit mein Mandat niederlegen musste“, führte Wenk abschließend aus. Ob Manfred Wenk auch sein für die FWG erworbenes Kreistagsmandat zurückgeben wird, ist bisher nicht bekannt.

Trotz des freiwilligen Ausscheidens des Stadtverordnetenvorstehers aus dem Stadtparlament will Bürgermeister Hans Ries weiterhin von Wenk wissen, wer ihm hinsichtlich des angeblichen falschen Handelns des Magistrats, der Verwaltung und des Bürgermeisters in Sachen Beantragung von Tagesordnungspunkten sowie Beschlussvorlagen zu Sitzungen des Stadtparlaments Auskünfte erteilt habe.

Einen so formulierten Antrag wird Ries den Stadtverordneten während der nächsten Sitzung am Donnerstag, 28. Juni, zur Beratung vorlegen.

Von Mario Reymond

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