Wochenendporträt: Sophie Schneider (17) jobbt im Altenzentrum in Philippsthal

Sie ist für Senioren da

Vorlesen: Sophie Schneider bessert sich ihr Taschengeld bei der Arbeit mit Senioren auf. Einmal in der Woche kümmert sie sich in der Tagespflege des Hauses Kreuzberg drei Stunden lang um ältere Menschen. Auf dem Foto liest sie ihrem Lieblings-Senior Herbert Kranz Märchen vor. Foto: Reymond

Philippsthal. Sophie Schneider aus Philippsthal bessert sich im Altenzentrum Haus Kreuzberg ihr Taschengeld auf. Einmal in der Woche für jeweils drei Stunden kümmert sich die 17 Jahre alte Fachabiturientin um ältere Menschen in der Tagespflege des Hauses. Zurzeit sind in der Tagespflege und im stationären Bereich des Hauses Kreuzberg insgesamt zehn Taschengeld-Jobber beschäftigt.

Reich wird sie dabei nicht. Vier Euro in der Stunde erhält sie für ihren Einsatz. Doch das Geld spielt für die Schülerin auch keine übergeordnete Rolle. „Ich finde es schön, mich zu engagieren. Das ist allemal besser, als drei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen“, sagt Sophie Schneider. Aber auch wenn ihr die Arbeit mit den Senioren Freude bereitet, kann sie es sich nicht vorstellen, später einmal einen pflegerischen Beruf auszuüben. „Ich werde auf jeden Fall Betriebswirtschaft studieren“, stellt sie klipp und klar fest.

Immer genug zu tun

Doch bis es so weit ist, wird sie jede Woche in die Tagespflege kommen, um sich mit den hilfsbedürftigen Senioren zu beschäftigen. Dann unterstützt sie das eigentliche Pflegepersonal bei der Arbeit. „Die Arbeit ist ganz unterschiedlich. Manchmal gehe ich mit jemandem spazieren. Im Hause selbst reichen die Aktivitäten vom Vorlesen über das gemeinsame Singen bis hin zum Backen und Kochen. Hin und wieder machen wir auch Ausflüge oder fahren ins Seniorenkino nach Bad Salzungen“, erklärt die Fachoberschülerin. Und natürlich hat die 17-Jährige einen Lieblings-Senior: „Der Herbert Kranz ist immer freundlich. Ihn zu betreuen bereitet auch mir Freude. Das heißt aber nicht, dass die anderen dann zu kurz kommen“, führt Sophie Schneider weiter aus.

Nachfolger gesucht

Wenn die junge Frau im kommenden Jahr ihre Fachoberschulreife erlangt hat, wird sie wohl schweren Herzens die Arbeit im Haus Kreuzberg einstellen müssen, um sich dem Studium zu widmen. Dann wird es hoffentlich einen Nachfolger geben, der sich auf diesem Wege sein Taschengeld aufbessern möchte. „Wir sind immer auf der Suche nach jungen Menschen, die bei uns einen Taschengeldjob aufnehmen möchten. In der Tagespflege könnten wir schon jetzt zwei zusätzliche Kräfte gebrauchen, um alle Wochentage abdecken zu können“, sagt Heimleiter Hans-Joachim Keßler.

Kontakt: Wer mindestens 15 Jahre alt ist und sich für einen Taschengeldjob im Philippsthaler Haus Kreuzberg interessiert, kann sich zunächst telefonisch unter der Rufnummer 0 66 20 / 9 20 00 informieren. Dort erfährt er alles über das weitere Prozedere. Auf jeden Fall erforderlich ist eine schriftliche Bewerbung. Im Gegenzug erhalten die Taschengeld-Jobber einen richtigen Arbeitsvertrag.

Von Mario Reymond

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