Klaus Kraft aus Motzfeld baut aus einer ausrangierten Forstarbeiterhütte eine Sauna

Schwitzkasten auf Rädern

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Klaus Kraft aus Motzfeld baut aus einer ausrangierten Forstarbeiterhütte einen Saunawagen.

Motzfeld. Das Birkenholz liegt schon bereit, doch bis zum ersten Aufguss dauert es noch etwas: Aus einer alten Forstarbeiterhütte baut sich Klaus Kraft aus Motzfeld eine Sauna für den heimischen Hof.

Auf die Idee gekommen ist der 57-Jährige während eines Hotel-Aufenthalts in der Rhön. Dort konnten die Gäste in einem umgebauten Schäferwagen saunieren, der nur mit einer Kerze beleuchtet war. „Wir sind schon immer gerne in die Sauna gegangen und ich habe schon länger mit einer Sauna im Garten geliebäugelt“, sagt Kraft.

Nicht von der Stange

Eine Blockhaushütte „von der Stange“ sollte es jedoch nicht sein, und auch von einem Saunafass rückte Kraft zugunsten des individuellen Saunawagens auf Rädern ab. Die schon etwas in die Jahre gekommene Hütte auf Rädern kaufte der Revierförster Hessen Forst ab. Früher sei die Hütte von den sogenannten Kulturfrauen als Wetterschutz- und Pausenhütte genutzt worden, so Kraft. Zuletzt aber kam sie nur noch einmal im Jahr bei der Jagd zum Einsatz – etwa beim Glühweinkochen.

Nach einem Reifenwechsel wurde das gute Stück im vergangenen Herbst per Schlepper zum Grundstück der Krafts gezogen. Seitdem hat sich äußerlich wie innerlich einiges verändert. Noch vor dem Winter wurde das Dach entrostet und mit Zinkfarbe behandelt, das Holz abgeschliffen und neu gestrichen.

Im Innern wurde der Wagen komplett entkernt, eine ordentliche Wärmedämmung mit Mineralwolle und alufolienähnlichem Material sowie die vergrößerte Wandstärke sollen verhindern, dass zu viel Wärme austritt. „Die kritische Stelle ist dort, wo das Ofenrohr nach außen führt“, weiß der Bastler, schließlich soll die Schwitzhütte beim Saunagang nicht in Flammen aufgehen. Die Original-Tür hat Kraft durch eine Saunatür ersetzt, der Blick aus dem Fenster mit einer Thermopenscheibe fällt idyllisch auf den Dreienberg.

„Wieviele Arbeitsstunden ich investiert habe, kann ich gar nicht genau sagen“, berichtet Kraft. „Aber einige Samstage sind dabei draufgegangen.“ Im Fachhandel holte sich der Motzfelder Tipps, ein standesgemäßer finnischer Saunofen soll die etwa drei mal zwei Meter große Schwitzhütte auf 90 Grad aufheizen.

„Ich denke, das wird kein Problem sein“, sagt Kraft lachend. „Die Hütte ist auch früher schon mit einem Holzofen beheizt worden, und da war es manchmal so warm, dass man sich am liebsten ausgezogen hätte ...“ Auf den noch einzubauenden Bänken sollen fünf bis sechs Personen Platz finden. Bis Mitte August, pünktlich zu seinem Geburtstag, will der 57-Jährige das Projekt Sauna beendet haben. Den ersten Aufguss wird er dann gemeinsam mit seiner Frau Sabine genießen, danach werden aber auch Freunde in den individuellen Schwitzkasten eingeladen. Dank der Reifen ließe sich die Hütte auch zum nächstgelegenen See ziehen. Das ist bislang aber nur eine fixe Idee.

Krafts nächstes Projekt: ein Tauchfass, in dem man sich nach dem Saunieren abkühlen kann.

Von Nadine Maaz

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