Europaweit tätig: „Big Move“ besteht seit zehn Jahren – Treffen in Hohenroda

Die Schwerlast-Spezialisten

Schwertransporte müssen langfristig und gut geplant werden. Foto: nh

Hohenroda. „Big Move“ heißt der Zusammenschluss, in dem 15 Unternehmen aktiv sind. Sie bewegen als Spezialisten für Schwertransporte gemeinsam Großes und sind in ganz Europa unterwegs. Jetzt trafen sie sich in Hohenroda.

Anlass des Treffens war das zehnjährige Bestehen der Kooperation. Insgesamt 400 Mitarbeiter, darunter auch Schwertransportfahrer aus der Region, nutzten die zwei Tage, um sich bei Spielen und Wettbewerben besser kennenzulernen und um sich auszutauschen.

Alles aus einer Hand

„Da die europaweiten Kunden gerne alles in eine Hand legen möchten möchten, entstand unter den Schwertransportunternehmen die Idee, das Netzwerk „Big Move“ zu gründen“, erklärt Anne Giebel, die seit 30 Jahren Chefin der Giebel Spedition-Spezialtransporte aus Eiterfeld ist.

Zu den Großraum- und Schwertransporten zählt zum Beispiel die Beförderung eines 65 Meter langen Windrad-Flügels. Um diesen transportieren zu können, bedarf es einer langen Vorbereitungszeit. „Mindestens drei Monate vorher müssen wir mit den sehr präzisen Planungen beginnen“, erläutert Anne Giebel, die schon aus dem rund 5500 Kilometer entfernten Nowosibirsk Anfragen erhalten hat.

Der richtige Weg für die Fahrt muss gefunden, Genehmigungen eingeholt und in bestimmten Fällen die Polizei informiert werden.

„Unterwegs kann immer noch viel schiefgehen“, weiß Schwertransportfahrer Hermann-Josef Grosch aus Malges. Seit 27 Jahren ist er als Fernfahrer für die Firma Giebel „auf Achse“. „Staus, Unfälle, Vollsperrungen oder platte Reifen werfen die Planung dann über den Haufen“, erklärt er.

Manche Touren dauern eine ganze Woche. „Es ist ein reizvoller Beruf, man kommt rum, sieht was von der Welt und ist unterwegs sein eigener Chef“, betont Grosch. Damit die Trennung von seiner Frau nicht zu lang wird, nimmt er sie öfters mit.

Der Alltag sei anstrengender geworden. „Ganz extrem ist es auf der „Warschauer Allee“, sagt Hermann-Josef Grosch. So nennen die Fahrer die A2, die von Hannover über Berlin nach Osten führt. Auch die Parkplatzsituation sei schwieriger geworden. „Wenn ich nachts mal eine halbe Stunde die Augen zumachen will, muss ich das gut planen“, so der Lkw-Fahrer.

Einfachere Abwicklung

Durch die europaweite Kooperation in „Big Move“ sei die Abwicklung viel einfacher geworden. „Wir können somit auch größere Aufträge annehmen“, so Anne Giebel. Für sie ist übrigens auch eine Frau „auf Achse“. Gabriele Groß aus Eschwege sagte sich vor 25 Jahren: „Was ein Mann kann, das kann ich auch!“ Die kleine zierliche Fahrerin weiß nur zu gut, dass sie in diesem Job oft unterschätzt wird. „Mich reizt an diesem Beruf die Freiheit und die Beherrschung der Technik“, so Gabriele Groß. „Schwerlastfahrer ist für mich ein Job bei dem man viel Mut, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen braucht.“ (mahe)

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