Protest in Heringen wegen Stellenbesetzung

Schulgemeinde will neuen Leiter nicht

Die Würfel sind gefallen: Margret Schulz-Bödicker wird nicht Leiterin der Werratalschule in Heringen. Archivfoto: Reymond

Heringen. Die Werratalschule bekommt zum 1. Februar 2015 einen neuen Schulleiter. Dabei soll es sich um Michael Arendt handeln, den Leiter der Darmstädter Gutenbergschule. Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts in Bebra wollte sich dazu gestern, mit Hinweis auf das laufende Verfahren, nicht äußern.

Mit dieser Personalie sind die Menschen im Werratal überhaupt nicht einverstanden. Sie hätten lieber die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker auf diesem Posten gesehen. So hat bereits in der vergangenen Woche das Stadtparlament einen Brief an das Kultusministerium und das Staatliche Schulamt in Bebra verfasst, um auf die besonderen Fähigkeiten und das Engagement Schulz-Bödickers für die Werratalschule und die Stadt insgesamt hinzuweisen.

Auch der Schulelternbeiratsvorsitzende Dr. Jürgen Leimbach hat sich mit einem geharnischten Brief an das Kultusministerium gewandt. „Der Herr Arendt ist bereits über 60 Jahre alt und hat keinerlei Bezug zu unserer Stadt und unserer Schule“, erklärte Leimbach gestern zur Einweihung der sanierten und erneuerten WTS.

Einen besonderen faden Beigeschmack bekomme die Personalie Arendt durch das hohe Alter des künftigen Schulleiters. Hinter vorgehaltener Hand munkeln viele, dass der Mann aus Darmstadt kurz vor seiner Pensionierung noch einmal auf einem Versorgungsposten Platz nehmen solle. „Der springt auf A 16 und ist in drei Jahren wieder verschwunden. Das ist doch mehr als durchsichtig“, erklärt eine Person, die öffentlich nicht genannt werden möchte.

„Wechsel wäre katastrophal“

Von einer sehr guten Zusammenarbeit mit Margret Schulz-Bödicker spricht auch Bianca Sandor, die Vorsitzende des Schulfördervereins: „Wir haben uns sehr gut mit Frau Schulz-Bödicker arrangiert. Sie ist sozial am Ball. Ein neuerlicher Schulleiterwechsel wäre eine Katastrophe auch für unsere künftige Arbeit.“

Und zu guter Letzt spricht sich auch die Schülervertretung für Margret Schulz-Bödicker aus: „Wir arbeiten gut mit ihr zusammen. Man kann jederzeit mit Problemen zu ihr kommen. Wir würden sie gerne als Schulleiterin behalten.“

Von Mario Reymond

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