Ab Herbst sollen in Heringen Glasfaserkabel für Internetzugang verlegt werden

Schnelles Netz ab 2013

Schnell ins Netz mit dem Tablett-Computer: Fachbereichsleiter Hermann-Josef-Hohmann (rechts) und Bürgermeister Hans Ries hoffen, dass schnelles Internet bald in allen Stadtteilen verfügbar ist. Im kommenden Jahr sollen die ersten Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Foto: Eisenberg

Heringen. Voraussichtlich Anfang des Jahres 2013 werden die ersten Heringer Haushalte über ein Glasfaserkabel Zugang zu schnellem Internet bekommen. Das kündigte Bürgermeister Hans Ries im Gespräch mit unserer Zeitung an. Über ein Glasfasernetz sollen alle Stadtteile mit bis zu 100 Mbit schnellem Internet versorgt werden.

Über eine Bürgschaft für die dafür von der Stadt gegründete Werra Glasnetz GmbH hatte es Streit zwischen der Stadt und dem Landrat als Kommunalaufsicht gegeben (unsere Zeitung berichtete). Die Gesellschaft wird nun über einen Kommunalkredit finanziert.

Schnelles Internet nötig

Nach Ries Auffassung ist schnelles Internet notwendig, um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen und dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Ries kritisiert, dass die Breitbandversorgung in Deutschland nicht als hoheitliche Aufgabe gesehen werde. „Dann wäre alles einfacher und günstiger“, sagt der Bürgermeister. Im Artikel 85 des Grundgesetzes sei festgelegt, dass Telekommunikationsdienstleistungen durch privatwirtschaftliche Anbieter erbracht werden, erläutern Hans Ries und Hermann-Josef Hohmann, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung.

Um Rechtssicherheit zu gewährleisten, verlege die Stadt die Kabel nicht selbst. Bereits jetzt hat die Stadt jedoch damit begonnen, bei ihren Bauprojekten Leerrohre zu verlegen. Zudem wurde eine Ausschreibung zur Verpachtung dieser Rohrleitungen auf den Weg gebracht. An dieser Ausschreibung beteiligt sich auch die Werra-Glasnetz Gmbh, die von der Stadt und der Inexio KGaA gegründet worden war.

Sofern sie den Zuschlag erhält, lässt diese Firma dann das Glasfaserkabel verlegen. „Wenn sich bei der Ausschreibung ein anderer Anbieter findet, der für die ganze Stadt ein Glasfasernetz aufbauen will, wären wir auch zufrieden“, sagt Ries.

Parallel suche die Werra Glasnetz GmbH nach einem Telekommunikationsunternehmen, welches dann die Endkunden mit Internet versorgt. „Wir müssen das so machen, das kostet Zeit“, sagt Ries. Bis zum Herbst sollen die Ausschreibungen abgeschlossen sein, danach könne aber sofort mit dem Netzausbau begonnen worden, sagt Ries.

Das neue Glasfasernetz soll nach den Plänen des Verwaltungschefs kostendeckend gebaut und betrieben werden. Konkrete Zahlen, wie viel der Bau kosten werde, nannte Ries nicht. „80 Prozent sind Grabekosten“, sagte Ries. Unvorhergesehene Schwierigkeiten gebe es etwa durch die Querung von Bahngleisen oder durch felsige Untergründe. Im Vergangenen Jahr hatte Ries die Kosten mit 1,5 Millionen Euro beziffert.

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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