250 Dinge (224): Mecklarer Feuerwehrheim

Schmuckstück im Gänsedorf

Zu jeder Jahreszeit ein Schmuckstück: Das Feuerwehrheim wurde in Anlehnung an den hessischen Fachwerkstil am Rande des von Linden umsäumten Mecklarer Festplatzes errichtet. Foto: Apel

Mecklar. Vor 75 Jahren wurde der Grundstein gelegt. Vor 70 Jahren wurde die Fertigstellung des 28 995,57 Reichsmark teuren, mit Mitteln der Gemeinde Mecklar, des Landkreises Hersfeld und des Reichshaushaltsamts als Hitler-Jugend-Heim errichteten Fachwerkgebäudes festgestellt. Vor 38 Jahren wurde aus dem in die Jahre gekommenen Haus schließlich das Feuerwehrheim. Heute ist es nach zahlreichen Renovierungs-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen ein Schmuckstück des 761 Jahre alten „Gänsedorfs“.

Zu verdanken ist das zunächst einmal dem in den Siebziger Jahren an der Spitze der Feuerwehr stehenden Wehrführer Valentin Blum und weiteren Männern, die sich dafür ins Zeug legten, dass das Haus vor dem Abriss bewahrt wird. Was war es nicht alles gewesen! Laut erhalten gebliebener Urkunde erbaut als „Erziehungsstätte nationalsozialistischer Weltanschauung, echter Kameradschaft und wahrer Volksgemeinschaft, als ein steinerner Zeuge des Dritten Reichs für alle Zeiten und ein Hort der Treue zur Heimat, der Arbeit der jungen Nation an sich selbst und des Glaubens an den Führer“ nutzte es die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt ab 1942 als Kindertagesstätte. Unmittelbar nach dem Krieg diente es als Unterkunft für Flüchtlinge. Später wurde es in kleine Wohnungen aufgeteilt. Deren Mieter hatten regelmäßig mit dem Hochwasser der Fulda zu kämpfen.

Seit der Übernahme durch die Freiwillige Feuerwehr, die es liebevoll pflegt und zusammen mit der Gemeinde Ludwigsau in einen sehr guten Zustand versetzt hat, wird es vor allem für Vereinsveranstaltungen sowie als „Regenunterkunft“ bzw. Stützpunkt für auf dem Festplatz vor dem Feuerwehrheim über die Bühne gehende Großveranstaltungen – wie etwa den Mecklarer Herbstmarkt – genutzt. Und vielleicht erlebt es eines Tages auch wieder einmal eine Kirmes mit.

Von Wilfried Apel

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