Demente Menschen finden in der Residenz Ambiente zurück ins aktive Leben

Schlummerndes wecken

Zurück ins Leben: Demente Menschen werden in der Residenz Ambiente in Philippsthal in den Alltag integriert. Gerade in der Küche sind sie mit Eifer bei der Sache, wenn bei ihnen im Langzeitgedächtnis gespeicherte Dinge wieder angeregt und abgerufen werden. Foto: nh

Philippsthal. Menschen mit Demenz werden in der Seniorenresidenz Ambiente in Philippsthal nicht einfach aufs Abstellgleis geschoben. Nein, sie werden behutsam wieder an den Alltag herangeführt und bekommen Aufgaben. „Die Betroffenen haben Ressourcen, die wir einfach nur wieder wecken müssen. Dann können sie auch wieder einfache Tätigkeiten ausführen“, erklärt Residenzleiterin Beata Paluchowska.

Aktivierungsgruppe

Erkannt haben das die Pflegekräfte der Residenz bereits im Dezember 2011. Schon damals wurde die sogenannte Aktivierungsgruppe gegründet, um zu überlegen und auszuarbeiten, wie demente Menschen wieder am normalen Leben teilhaben können. Die Idee dazu hatte die damals neue Heimleiterin mit im Gepäck. „Ich war vorher in einem Haus in Trier beschäftigt, wo demente Menschen bereits in Gruppenform betreut wurden“, sagt Paluchowska.

„Wir wollten das Selbstwertgefühl der Menschen steigern, die eigentlich nur noch in der Vergangenheit leben“, erinnert sich Paluchowska. Und die Lösung war schnell gefunden. Seit geraumer Zeit gibt es in dem Philippsthaler Altenheim einen abgetrennten Bereich, der mit einer Küchenzeile ausgestattet ist. Und dort werden die Fähigkeiten aktiviert, die die Demenzkranken garantiert noch beherrschen. Kurz gesagt handelt es sich um Hauswirtschaft. Unter Anleitung von zwei Kräften bereiten maximal zehn Patienten eine Komponente des täglichen Mittagessens vor. Da werden beispielsweise Kartoffeln geschält. Nach dem Essen steht dann der gemeinsame Abwasch auf dem Programm.

„Durch dieses Animieren und Motivieren schaffen es immer wieder einige Demente, sogar wieder zurück zu den selbständigen Menschen“, freut sich die Residenzleiterin, die festgestellt hat, dass sich durch das sogenannte Aktivierungsprogramm die Krankheit zwar nicht heilen, aber doch teilweise aufhalten lasse.

Bewegungstherapie

Neben dem Augenmerk, die kognitiven Fähigkeiten der Menschen stärken zu wollen, spiele in der Residenz Ambiente auch die gemeinsame Bewegungstherapie eine große Rolle. Und nicht zuletzt die sozialen Kontakte würden den betroffenen Menschen mehr als gut tun, merkt die Residenzleiterin an.

Von Mario Reymond

Kommentare