Kali - und Salzproduzent will die Dividende massiv senken

K+S schlägt sich gut, aber Anleger enttäuscht

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S hat 2013 bei unverändertem Umsatz von knapp vier Milliarden Euro einen starken Ergebnisrückgang erlitten. Vor Zinsen und Steuern verdiente der Dax-Konzern 656 Millionen Euro und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Das teilte der Dax-Konzern gestern Nachmittag mit.

Der Reingewinn sank infolge eines Sondereffekts im Zusammenhang mit dem Verkauf des Stickstoffgeschäfts sogar um fast ein Drittel auf 435 Mio. Euro. Damit liegt die Nettorendite mit elf Prozent aber immer noch deutlich höher als bei vielen Industriekonzernen, deren Reingewinn-Margen häufig einstellig sind.

Vor dem Hintergrund eines 500-Mio-Euro-Sparprogramms über alle Bereiche sowie hoher Investitionen zur Reduzierung der Salzfracht in Werra, Weser und Untergrund sowie zum laufenden Bau eines neuen Kalibergwerks in Kanada empfiehlt der Aufsichtsrat, die Dividende von 1,40 Euro im Vorjahr auf 25 Cent je Aktie zu senken. Dem muss allerdings die Hauptversammlung zustimmen.

Die Anleger reagierten angesichts der massiven Dividendensenkung zunächst enttäuscht. Nach anfänglich spürbaren Verlusten, die in der Spitze bei gut 3,6 Prozent lagen, erholte sich das Papier ein wenig und ging am Spätnachmittag mit einem Minus von 2,12 Prozent auf 24,52 Euro aus dem Handel.

Grund für den starken Gewinnrückgang ist der Verfall des Weltkalipreises infolge des Zerfalls des (weiß)russischen Kalikartells Ende Juli vergangenen Jahres. Das verhandelt seit jeher gemeinsam mit dem nordamerikanischen Kartell Canpotex die Kalipreise mit den Kunden aus. K+S gehört keinem der Kartelle an, profitiert aber von deren Preisvorgaben. Ein Ende des (weiß)russischen Kalistreits ist derzeit nicht absehbar. Aber in jüngster Zeit gab es verstärkt Anzeichen für eine Wiederbelebung der Vertriebsallianz. ZUM TAGE / WIRTSCHAFT

Von José Pinto

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