Gebäude des VEB Kraftverkehrs in Vacha wird vielleicht noch im Winter abgerissen

Schandfleck soll weichen

In Vacha: Das Granitpflaster auf dem Gelände des ehemaligen Kraftverkehrs wird verkauft. Foto: Heiko Matz

Vacha. „Wie Sie alle wissen, plant die Stadt Vacha den Abriss des ehemaligen Kraftverkehrs“, sagte Bürgermeister Martin Müller (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung und informierte zum aktuellen Stand: Für die Planung des Abrisses habe die Stadt in Abstimmung mit dem Landesverwaltungsamt einen Fachplaner mit ins Boot genommen, um bei der Ausschreibung auf der sicheren Seite zu sein, „weil der Kraftverkehr wahrscheinlich schadstoffbelastet ist“. Das sei bei der landesweiten Ausschreibung zu berücksichtigen, „dass man da nicht irgendwo in ein offenes Messer reinläuft und einen dann die Abrissfirmen mit zusätzlichen Nachträgen belasten können“.

Bodengutachten seien bereits gemacht, sagte der Bürgermeister. „Ich bin ein bisschen gespannt, was dabei rauskommt.“ In zwei Wochen habe er einen Termin mit dem Fachplaner. „Und in Abstimmung mit dem Landesverwaltungsamt soll im Winter der Abriss dann durchgezogen werden. Hoffentlich klappt das.“ Das Geld dafür ist im Haushalt 2014 eingestellt und könne gegebenenfalls auch ins nächste Jahr übertragen werden.

Im Zusammenhang mit dem Abriss stelle sich die Frage, so Martin Müller, was mit dem Pflaster auf dem Gelände des ehemaligen VEB-Kraftverkehrs geschehen soll. Dort liegen zirka 2600 Quadratmeter Granitkleinpflaster und etwa 760 Quadratmeter Granitgroßpflaster. Eine Tonne Granitkleinpflaster entspricht vier bis fünf Quadratmetern, eine Tonne Granitgroßpflaster zwischen 2,6 und drei Quadratmetern. „Granitpflaster ist ein begehrter Baustoff – die Natursteinhandelsfirmen reißen sich im Prinzip darum, um das weiterzuverkaufen“, sagte der Bürgermeister. „Wir haben auch überlegt, das Pflaster für uns selbst zu behalten.“ Aber zum einen sei kein Bauprojekt in Aussicht, für das man die Steine verwenden könnte. Zum anderen bräuchte man einen Platz, wo man sie sicher lagern könnte.

Pflaster verkaufen

Deshalb schlage die Verwaltung vor, das Pflaster zu verkaufen. So seien auch Vertreter der Firma Naturstein Freidhof aus Soisdorf mehrmals vor Ort gewesen. „Die haben sich das angeschaut und bieten für das Kleinpflaster 55 Euro pro Tonne an, und würden auch das Großpflaster für zehn Euro die Tonne abnehmen.“ Zudem habe die Firma, die ihr Lager in Pfersdorf hat, eine Vorauszahlung angeboten. Auch das Wiegen des Pflasters, was eigentlich Sache des Verkäufers ist, übernimmt der Firmenchef auf seine Kosten über die Waage bei K+S in Unterbreizbach. Aus diesen Gründen, „einmal, weil es eine regionale Firma ist und auch, weil wir sicher wissen, was wir an Geld bekommen“, so Martin Müller, werde die Vergabe des Auftrags an die Firma Baustoffe Freidhof in Soisdorf vorgeschlagen. Dem folgten die Stadträte mit einem einstimmigen Beschluss. Die Einnahme aus dem Verkauf der Pflastersteine wird etwas über 31 000 Euro betragen.

Der Ausbau und Abtransport des Granitpflasters sollte von Mitarbeitern des Bauhofs überwacht werden, merkte Jürgen Adler (Freie Wähler) an. Es gehe um viel Geld, „nicht, dass uns da was abhanden kommt“. (bf)

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