Schäferei Spies sorgt seit zehn Jahren für Natur- und Artenschutz auf dem Dreienberg

Schaffell für den Ratefuchs

Fachmann: Elmar Spies (Mitte) erklärt den Besuchern des Schäfertags die Utensilien, die Schäfer Michael Köhler beim Hüten der Ziegen und Schafe mit sich führt. Die Herde im Hintergrund ist 850 Köpfe stark. Die Tiere halten den Kalkmagerrasen in der Schutzzone möglichst kurz. Dadurch können sich wenig konkurrenzstarke und seltene Pflanzen, darunter 21 Orchideen-Arten, wieder am Dreienberg ausbreiten. Foto: Milbrandt

Motzfeld. Naturschutzinteressierte trafen sich jetzt zum Schäfertag an der Motzfelder NABU-Scheune ein. Eingeladen hatte die Schäferei Spies aus Eiterfeld-Leimbach zusammen mit dem Naturschutzbund-Dreienberg und dem Biosphärenreservat Rhön zu einer besonderen Feier. Die Schafe von Elmar Spies weiden seit zehn Jahren auf dem Dreienberg und sorgen dort für Natur- und Artenschutz.

Ewald Sauer von der Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön gab zur Begrüßung einen interessanten Einblick in die Geschichte der letzten dreihundert Jahre Flächennutzung rund um den Dreienberg. „Heute ist der Dreienberg ein Juwel im Biosphärenreservat Rhön geworden“, erklärte Sauer, „und maßgeblich dazu beigetragen hat die extensive Beweidung der Schutzzone mit Schafen und Ziegen in freier Hütehaltung. Dadurch können sich wenig konkurrenzstarke und seltene Pflanzen, darunter 21 Orchideen Arten, wieder ausbreiten.“

Zunächst zögerlich

Elmar Spies hatte vor zehn Jahren zunächst gezögert, die Herausforderung einer extensiven Beweidung der in der Schutzzone liegenden Kalkmagerrasen zu übernehmen. Doch durch die gute Zusammenarbeit mit dem NABU und dem Biosphärenreservat stellte sich schnell der gewünschte Erfolg ein. In seiner 850 Köpfe zählenden Herde aus Schwarzkopf-, Weißkopf-, Rhön- und Fuchsschafen werden mindestens 100 Ziegen zum Verbiss von Gehölz mitgeführt. Besonderen Wert legt Spieß bei der Zucht auf den Erhalt der Rhönschaf-Rasse.

Hüte- und Schafschurvorführungen boten gezielte Einblicke in die Arbeit des Schäfers. So erfuhren die Besucher, dass Schäferhunde bis zu drei Jahre Ausbildung benötigen und am Tag bis zu 80 Kilometer zurücklegen.

Im Streichelzoo durften sich die Kinder Schafen und Ziegen nähern. Und zur Stärkung der Gäste hatte Sterne-Koch Patrick Spies vom Romantik-Hotel „Zum Stern“ feinste Lamm- und Grillspezialitäten mitgebracht. Diese fanden genauso reißenden Absatz wie die leckeren Kuchen der NABU-Damen.

Bock wiegt 108 Kilogramm

Zum Abschluss des Tages sollte das Gewicht eines Schafbocks erraten werden. Dieser brachte stolze 108 Kilogramm auf die Waage und Luka Fiebig aus Schenklengsfeld eroberte sich mit seinem genauen Tipp den Hauptpreis, ein wärmendes Schaffell.

Von Jörg Milbrandt

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