Umweltministerin Lucia Puttrich besuchte neue Kernzone des Biosphärenreservats

„Schätze nicht verstecken“

Soll als neue Kernzone des Biosphärenreservates Rhön ausgewiesen werden: Am Landecker Berg bei Ransbach informierten sich Reinhard Otto vom Regierungspräsidium Kassel, Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll, Jörg Schäfer, Bürgermeister von Hohenroda, Schenklengsfelds Bürgermeister Stefan Gensler, Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich, Gerhard Deiseroth, Vertreter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Detlef Stys, Landesbetriebsleitung Hessen-Forst, Jens Müller vom Hersfelder Forstamt, Alois Kalb, Vertreter des Landkreises Fulda, sowie Jürgen Manns, zuständig für Naturschutzangelegenheiten beim Forstamt, vor Ort. Fotos: Spanel

Ransbach. Zum Alltag einer hessischen Umweltministerin gehörte der Termin an der urigen Schutzhütte oberhalb des Hohenrodaer Ortsteils Ransbach sicher nicht. „Mit Mikrofon und Pult direkt am Waldesrand zu stehen – das kommt sicher nicht alle Tage vor“, sagte Lucia Puttrich. Gemeinsam mit einer Delegation aus politischen Würdenträgern der Region besuchte sie am Dienstagmittag den Landecker als einen der äußersten Ausläufer der Rhön. Experten des Regierungspräsidiums Kassel sowie vom Landesbetrieb Hessen-Forst informierten hier über den aktuellen Stand der Ausweisung von Naturschutzgebieten am Beispiel der neuen Kernzone „Landecker Berg bei Ransbach“.

„In der Vergangenheit stand die Ausweisung von neuen Flächen immer wieder zur Diskussion“, erklärte die Ministerin. Nach dem jüngsten Beschluss des Deutschen Nationalkomitees stünde einer weiteren Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat aber nichts mehr im Wege. „Die Bemühungen Hessens, Thüringens und Bayerns wurden lobend hervorgehoben und die von der UNESCO vorgegebenen Verpflichtungen als erfüllt angesehen.“ Die Deutschen Biosphärenreservate würden alle zehn Jahre überprüft. Derzeit laufen in Hessen die Verfahren zur endgültigen Sicherung der ausgewählten Kernzonen als Naturschutzgebiete.

Die besichtigte Fläche bei Ransbach besteht überwiegend aus urwüchsigen, 150 Jahre alten Buchen-Beständen. „Wir finden hier Orchideen-Kalk-Buchenwald und Waldmeister-Buchenwald“, erläuterte der für Naturschutzangelegenheiten zuständige Forstbeamte Jürgen Manns. Tierarten wie der Rote Milan, Wildkatzen, aber auch verschiedene Fledermausarten lebten in der touristisch weitgehend unerschlossenen Ransbacher Senke.

„Wird der ,Landecker Berg bei Ransbach’ endgültig als Kernzone ausgewiesen, wird die bisher noch zulässige Holznutzung vollständig aufgegeben“, erläuterte Manns. Auch die Jagd werde dann nicht mehr uneingeschränkt möglich sein. Das Ziel müsse es sein, die Kernzone ohne menschliche Eingriffe zu einem weitgehend natürlichen Ökosystem zu entwickeln.

Artenvielfalt erhöhen

Mit den neu gefundenen Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön sei man auf einem guten Weg, die Artenvielfalt zu sichern und sogar zu erhöhen, befand Ministerin Puttrich. „Wir brauchen uns mit solchen Naturschätzen wie dem Landecker nicht zu verstecken.“

Von Emily Spanel

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